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Statistische Auswertung:Zu wenig Wohnraum, viele Pendler

S-Bahn-Fahrgäste am Hauptbahnhof in München, 2018

Die Zahl derjenigen, die täglich zu ihrem Arbeitsplatz pendeln, steigt auch im Landkreis Freising.

(Foto: Florian Peljak)

Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München hat jetzt die Kreisdaten für das Jahr 2017 veröffentlicht. Daraus wird auch ersichtlich, dass die Bevölkerung in der Region immer älter wird

Mehr Einwohner, deutlich mehr Beschäftigte und weniger Arbeitslose - das sind einige der positiven Freisinger Kreisdaten für 2017, die der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München veröffentlicht hat. Dem gegenüber stehen wenig neue Wohnungen bei zugleich deutlich mehr Neubürgern sowie eine insgesamt alternde Bevölkerung. Zudem ist die Anzahl der Pendler gegenüber 2007 um fast ein Viertel gestiegen.

Bevölkerung

Der Landkreis wächst: Rund 178 000 Einwohner lebten 2017 im Landkreis Freising. Das ist nach den Landkreisen München und Fürstenfeldbruck und der Stadt München der größte Anteil in der Region. 2037 sollen es laut Prognose schon rund 193 000 sein. Besonders begehrt ist Hallbergmoos, hier stieg die Einwohnerzahl in den vergangenen Jahren um 23,7 Prozent, in Gammelsdorf lebten 2017 dagegen rund vier Prozent weniger Menschen. Seit 2011 ist der Anteil an Ausländern kontinuierlich gestiegen, vor allem Menschen aus EU-Ländern zogen in den Landkreis; allerdings enden die Daten hier 2015.

Freising wird älter: Die 41- bis 50-Jährigen, 2007 die größte Altersgruppe, sind es auch heute noch - allerdings nun als 51- bis 60-Jährige. Die Jüngeren dagegen werden immer weniger. Der Anteil der bis 17-Jährigen beträgt nur noch 17,6 Prozent (2007: rund 20 Prozent). Besonders jung ist Mauern, besonders alt Freising. Der Anteil der über 65-Jährigen soll bis 2037 von derzeit 15,7 Prozent auf 23 Prozent steigen.

Wohnen

Gut 81 000 Wohnungen gab es 2017 im Landkreis. Etwas über 1000 Baugenehmigungen wurden erteilt und gut 900 Wohnungen wurden fertiggestellt, davon am meisten in Nandlstadt (11,4 Prozent) und am wenigsten in Wang (1,2 Prozent). 900 Wohnungen, das ist zwar mehr als der Durchschnitt in der Zeit von 2007 bis 2017, aber deutlich zu wenig. Denn dem gegenüber stehen rund 1600 Neubürger allein in 2017, seit 2007 sind es insgesamt etwa 13 300. Auf der anderen Seite kann sich der Landkreis über mehr als 85 Prozent Vegetations- und Gewässerfläche freuen, da Wohn- und Verkehrsflächen nur wenig Raum einnehmen. Am meisten noch in Hallbergmoos mit etwa 25 Prozent, am grünsten ist Kirchdorf mit nur 7,7 Prozent Wohn- und Verkehrsfläche.

Wirtschaft

Der Landkreis ist wohlhabend: 7,749 Milliarden Euro betrug 2017 das Bruttoinlandsprodukt, nach den Kreisen München, Starnberg und der Stadt München das höchste. Rund 81 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiteten hier, ein Zuwachs von rund 14 Prozent gegenüber 2007. Fast die Hälfte hat einen Job in den Bereichen Handel, Verkehr, Gastronomie und Hotelgewerbe. Die Arbeitslosenquote ist um ein Drittel auf 2,1 Prozent gesunken.

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Statistik

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Verkehr

Sowohl nach als auch aus dem Kreis wird immer häufiger gependelt. Rund 45 000 Menschen fahren zur Arbeit in den Landkreis, etwa genau so viele verlassen ihn, etwa 18 000 pendeln kreisintern. Seit 2007 ist die Gesamtzahl der Pendler um fast 24 Prozent gestiegen, am meisten pendeln aus und nach Freising, Hallbergmoos, Eching, Moosburg und Neufahrn.

Finanzen

Die Gemeindesteuereinnahmen lagen 2017 im Schnitt bei 1509 Euro je Einwohner im Landkreis. Am höchsten sind die Einnahmen in Hallbergmoos (3825 Euro), am niedrigsten in Nandlstadt (791 Euro). Gegenüber 2007 gaben die Kommunen 2017 deutlich mehr für Jugendhilfe aus (124 gegenüber 51 Euro pro Kopf), hingegen sehr viel weniger für Sozialhilfe (drei statt 19 Euro pro Kopf).

Bildung

1674 Schulabschlüsse an allgemeinbildenden Schulen gab es 2017 im Landkreis, die meisten davon (777) an Realschulen. Auch beim Abitur ist die Tendenz steigend, beim Haupt- oder Mittelschulabschluss dagegen rückläufig.