Ausstellung zur Stalag-Befreiung in Moosburg„Vergessen und vorbei?“

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Stadtarchivar Stephan Kopp (rechts) und Luis Hobmeier vom Jugendparlament bei den Vorbereitungen der Ausstellung zur Befreiung des Stalag VII A in der Moosburger Stadthalle.
Stadtarchivar Stephan Kopp (rechts) und Luis Hobmeier vom Jugendparlament bei den Vorbereitungen der Ausstellung zur Befreiung des Stalag VII A in der Moosburger Stadthalle. Stadt Moosburg/oh

Aus Anlass der Befreiung des Moosburger Kriegsgefangenenlagers vor 80 Jahren zeigen die Stadt und ihre Kooperationspartner zwei Wochen lang eine Sonderausstellung in der Stadthalle. Zum umfangreichen Rahmenprogramm gehören Vorträge, Podiumsdiskussionen und Führungen.

Von Alexander Kappen, Moosburg

Was hat die Vergangenheit heute mit uns zu tun, und wie gehen wir damit um? Um diese Frage kreist die Ausstellung „Vergessen und vorbei?“, die die Stadt Moosburg aus Anlass des 80. Jahrestags der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Stalag VII A am Freitag, 25. April, um 18 Uhr eröffnet und bis Sonntag, 11. Mai, in der Stadthalle zeigt.

Das Ausstellungsteam wolle dabei „bewusst keine Antworten vorgeben, sondern die Besucher in die jeweilige Situation eintauchen lassen“, heißt es in der Ankündigung. Schirmherr des Projekts ist Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei.

Am 29. April 1945 befreiten amerikanische Truppen das Stalag VII A in Moosburg, damals eines der größten Kriegsgefangenenlager auf deutschem Boden. Später wurde es als US-Internierungslager, Zuflucht für Heimatvertriebe, Unterkunft für Gastarbeiter und Obdachlosenheim genutzt. Heute stehen nur noch drei ehemalige Wach- und eine Gefangenenbaracke.

Die Ausstellung, die täglich von 13 bis 18 Uhr geöffnet ist, zeigt das breite Spektrum von den ersten Tagen des Kriegsgefangenlagers über die Entwicklung des Stadtteils Neustadt bis zur Zukunft eines potentiellen Erinnerungsortes.

„Was die Ausstellung so besonders macht, sind nicht nur die vielfältigen historischen Objekte, sondern auch die Präsentationsform. Neben den klassischen Vitrinen gibt es Nachbauten – Geschichte in drei Dimensionen und zum Anfassen“, schreibt die Pressestelle der Stadt. Zahlreiche Zitate und Multimedia-Stationen „bringen das Empfinden Betroffener, seien es Kriegsgefangene oder ihre Nachkommen, eindringlich zum Ausdruck“.

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Teamleiter und Stadtarchivar Stephan Kopp hat alle in Moosburg mit dem Thema befassten Akteure zusammengebracht und mit ihnen die Ausstellung gestaltet: das Heimatmuseum mit Michael Kerscher und das Stalag-Neustadt-Museum mit Martin Pschorr sowie den Bauhof. Hinzu kommen der Stalag-Verein und der Heimatverein, die Gedenkstättenpädagogin Iris Hofer-Englmaier, die Kunsthistorikerin Christine Fößmeier und der Historiker Dominik Reither. Zudem Nicole Pfanzelt von der Stadt, Grafikdesigner Philipp Schilli, Jugendparlament und Jugendzentrum, Wolfgang Englmaier und Orhan Söhmelioglu.

Zum Rahmenprogramm in der Stadthalle gehören ein Vortrag von Christine Fößmeier über die Fotografie und Kunst im Stalag VII A (1. Mai) und die Vorstellung der neuesten Publikation von Dominik Reither (9. Mai). Den Themen Erinnerungsorte und Anforderungen an ein Doku-Zentrum, die auch in Moosburg aktuell sind, widmen sich die Vorträge von Sybille Krafft und Paul-Moritz Rabe am 7. Mai. Daran schließt sich eine Podiumsdiskussion an. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr. Hinzu kommen Führungen durch die Ausstellung und Rundgänge über das ehemalige Stalag-Gelände.

Alle Infos gibt es unter stalag7a.de.

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Von Alexander Kappen

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