Die Moosach prägt mit ihren Seitenarmen das Stadtbild Freisings mehr als die Isar, die Trennlinie zwischen dem Zentrum und dem Ortsteil Lerchenfeld. Der Fluss und die Öffnung seines Verlaufs durch die Innenstadt haben Peter Thomas, besser bekannt als "Waisenhaus Bäderl", zu einem neuen Buch, seinem sechsten, inspiriert - diesmal in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Johann Englmüller, der die dazu passenden Perspektiven liefert. Gewidmet ist es allen Menschen, die an der Moosach wohnen - also den Freisingerinnen und Freisingern.
"Freising an den Moosachläufen neu entdecken", dazu soll das Buch laut Peter Thomas einladen. Er bezeichnet es als "aktuelles Stück von Land und Leuten von 1961 bis 2021". Wobei der Autor sich erzählerisch nicht immer exakt am Moosachlauf entlang bewegt. Er wagt schon mal den ein oder anderen Ausflug ins Stadtinnere, wenn er etwa das rührige Geschäftsleben in der Ziegelgasse von einst beschreibt. Und natürlich geht es auch mal den Domberg hinauf.
Als "Lebenselixier" hat Thomas die Moosach in einer seiner Kapitelüberschriften bezeichnet. Wie so oft bei ihm mischen sich Kindheitserinnerungen in seine Erzählungen. "Vorbei die Zeiten der Moosach-Wäscherinnen am Wörth, die ich noch erlebte", heißt es da. Lange Zeit habe an dem Fluss die Familie Baumgartner das Fischereirecht gehabt. Geblieben seien davon nur noch die Fischzuchtweiher in Vötting und Pulling.
Ob viele Freisinger und Freisingerinnen wissen, dass der prächtige Baum an der Moosachbrücke am Wörth den Namen "Freitagsweide" trägt, ist zu bezweifeln. Laut Thomas erinnert sie an Heinrich Freitag, den Sohn des Firmengründers des heutigen Unternehmens "Freitag weidenArt". Als Spätheimkehrer aus dem Zweiten Weltkrieg hatte er am 6. Dezember 1949 die Weide vor seinem Geburtshaus gepflanzt. Das Gelöbnis dazu hatte er laut Thomas in russischer Kriegsgefangenschaft abgelegt.
Natürlich hat der Autor seine eigenen Erfahrungen mit der Moosach gemacht. Schon in seinem Buch "Waisenhaus Bäderl" hat er die Geschichte erzählt, als er im Auftrag seiner Erzieherin, der Schwester Maria Walfrida, wichtige Dokumente zur Bahnpost bringen sollte. Auf der Moosachbrücke beim Vinzentinum entglitt ihm der Brief und fiel in den Fluss. Weil er wichtige Dokumente enthielt, war er aber so mit Tesafilm zugepappt, dass er nicht unterging. Ein eilends entsandter Student namens Hans fischte ihn an einem Wehr bei der Breymühle aus dem Wasser.
Die Geschichten bewegen sich nicht nur am Lauf der Moosach entlang. Thomas erzählt, wie der Eisbär auf das Emblem der Huber-Weißn kam. Er erinnert an die Fronleichnamsprozessionen durch die Stadt in seinen Kindheitstagen. Dazu beschreibt er prominente Figuren aus dem Stadtleben: den Diakon Walter Schwind, den Straßenwärter und prominenten Bartträger "Fuzzy", den einstigen Maroniverkäufer und Abenteurer Ferl Schreyer und den an der Alten Poststraße an der Stadtmoosach aufgewachsenen Sepp Allwang. Ein lesenswertes, kurzweiliges Buch für alle, die sich mit der Freisinger Stadtgeschichte vertraut machen wollen.
Der Freisinger Peter Thomas liefert die Geschichten, Johann Englmüller die besonderen Perspektiven der Moosach und aus Freising. Das Buch kostet 17,50 Euro. Verkauft wird es in den Buchhandlungen Rupprecht und Pustet, in Mike Fotostudio an der Fischergasse, bei Stoffe Almar an der Unteren Hauptstraße und im Café Wohnzimmer im Freisinger Klinikum. Es hat die ISBN: 9783000686726. Wenn das Buch beim Freisinger Tierschutzverein und beim Freisinger Hospizverein gekauft wird, fließen jeweils 4,50 Euro an den jeweiligen Verein. Wird es bei Johann Englmüller oder Peter Thomas gekauft, fließt jeweils ein Euro an den Hospizverein und den Tierschutzverein.