Sportplatz Savoyer Au Nächster Akt des Trauerspiels

Seit drei Jahren hat der SE Freising ein neues Trainingsfeld - vollständig nutzen kann es der Verein bis heute nicht

Von Kerstin Vogel

2009 hat der SE Freising neben seinem Stadion in der Savoyer Au einen neuen Fußballplatz bekommen, finanziert von der Stadt Freising und dem Freistaat Bayern und ausgestattet mit schönen neuen Toren. Nur: Vollständig nutzen kann der Verein das dringend benötigte Trainingsfeld bis heute nicht. Immer wieder gab es Ärger mit Pfützen auf dem Rasen, das Wasser lief von Anfang an nicht richtig ab, an anderer Stelle wuchs das Gras nicht nach und der Platz musste für Nachbesserungsarbeiten ein ums andere Mal gesperrt werden. Dann wieder durfte nur die D-Jugend auf dem neuen Feld spielen - die Pfützen aber blieben. In dieser Woche nun wurde noch einmal ein Versuch unternommen, die Mängel zu beheben.

In das Rasenfeld wurden dazu mit einer Maschine in bestimmten Abständen 60 bis 80 Zentimeter tiefe Schlitze geschnitten, wie Georg Appel, Fußball-Abteilungsleiter beim SEF, schildert. Diese seien dann mit lockerem Kies verfüllt und mit Sand und Erde abgedeckt worden, um endlich eine vernünftige Drainage zu ermöglichen. Natürlich müsse nun erst wieder Rasen angesät werden, so Appel. Bis der angewachsen sei, könne das Spielfeld erneut nicht genutzt werden.

Angelegt worden war das zusätzliche Trainingsfeld des SEF, als 2009 größere Sanierungsarbeiten auf der Schulsportanlage in der Savoyer Au anstanden. Unter anderem wurde damals der alte Tennisplatz in Basketballfelder umgewandelt, außerdem wurden eine Laufbahn sowie eine Sprunggrube angelegt - Maßnahmen, die zur vollsten Zufriedenheit von Stadt und Verein umgesetzt wurden. Rund eine halbe Million Euro investierte die Stadt, weitere 130 000 Euro steuerte der Freistaat bei. Nicht nur nach Einschätzung von Appel hätte für diese Summe ein nutzbarer Trainingsplatz drin sein müssen.

Stattdessen stellte der Verein schnell fest, dass der Platz im vorderen Bereich sehr hart, weiter hinten dagegen matschig war. Als Hilfsmaßnahme löcherten Experten der Firma die Fläche im Herbst 2010 zunächst und füllten sie dann mit Sand auf. Danach staubte es auf dem Trainingsfeld - und auf einem gut 20 Meter langen Flecken wuchs im folgenden Frühjahr gar kein Gras mehr, möglicherweise wurde unter anderem falscher Grassamen verwendet. Das Problem mit der schlechten Drainage aber blieb. Im April 2011 wurde schließlich ein Gutachter eingeschaltet, der zu neuen Maßnahmen riet und dabei unter anderem schon die jetzt gewählte Methode mit den tiefen Schlitzen empfahl, wie sich Appel erinnert. Christl Steinhart, Sprecherin der Stadt Freising, bestätigt das.

Stattdessen aber sei für die Nachbesserungsarbeiten dann eine Spielart gewählt worden, bei der der Boden nur etwa zehn Zentimeter tief mit einer Art kleiner Pflugschar aufgeritzt wurde, was zu allem Überfluss auch noch rechts und links Beulen im Boden hinterlassen habe, so Appel: "Da hat man wohl die schlechtestmögliche Variante gewählt." Möglicherweise sei dieses Vorgehen für einen Gewährleistungsfall auch einfach das günstigste gewesen. "Leider darf man immer nicht sagen, was man über so eine Firma denkt", bedauert Appel, "sonst hat man gleich die Anwälte am Hals". Jedenfalls habe man sich das Ergebnis gemeinsam mit der Stadtverwaltung angeschaut und übereinstimmend festgestellt: "So nicht."

Sollte nun auch der neue Reparaturversuch scheitern, wird man wohl nicht umhin kommen, zumindest einen Teil des Feldes abzuschieben und neu anzulegen - und möglicherweise wird der Fall dann auch noch vor Gericht landen, wie zu hören ist. Die Rechtsabteilung der Stadt soll sich mit dem Thema jedenfalls schon befasst haben. Bislang laufen all die nachträglichen Arbeiten noch auf Gewährleistung, das heißt, dass die beauftragte Firma für die Kosten aufkommt, wie Steinhart bestätigt. Und bei einer Begehung Anfang Juli hätten die Vertreter der Stadt auch sehr deutlich gemacht, dass der jetzt gestartete Rettungsversuch der letzte sein wird. Steinhart: "Das Ganze ist eine bittere Geschichte." Man habe jetzt aber klargestellt, dass "die Vorschläge des Gutachters keine Diskussionsgrundlage sind, sondern umgesetzt werden müssen."