Sparkassen Freising und Moosburg:Fusion auf Augenhöhe geplant

Sparkassen Freising und Moosburg: "Richtiger Zeitpunkt für die Fusion": Manuela Radspieler.

"Richtiger Zeitpunkt für die Fusion": Manuela Radspieler.

(Foto: Marco Einfeldt)

Geldinstitute geben Absichten für einen Zusammenschluss Mitte nächsten Jahres bekannt. Auswirkungen auf Kunden und Mitarbeiter werden ausgeschlossen. Die politischen Gremien müssen noch zustimmen.

Von Kerstin Vogel, Freising/Moosburg

Seit Jahrzehnten wird der Schritt diskutiert, jetzt stehen die beiden Sparkassen Freising und Moosburg offenbar in naher Zukunft vor einem Zusammenschluss. Wie der Vorstandsvorsitzende der Freisinger Stadtsparkasse, Johann Kirsch, am Donnerstag erklärte, haben sich die Verwaltungsräte beider Geldinstitute einstimmig darauf geeinigt, "ein Konzept für eine leistungsstarke Sparkasse in der Region zu erarbeiten".

Betriebsbedingte Kündigungen schließen die Sparkassen aus

Die Fusion solle "auf Augenhöhe" erfolgen, versicherte Kirsch, keinesfalls werde Moosburg zu einer "Zweigstelle". Stattdessen wolle man die Kräfte und Kompetenzen zweier leistungsstarker Partner gleichberechtigt bündeln. Die Pläne hätten weder auf die Kunden noch auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Auswirkungen. "Wir schließen betriebsbedingte Kündigungen aus." Auch Filialschließungen oder -zusammenlegungen seien nicht geplant. Sollten die politischen Träger - die Stadträte von Freising und Moosburg sowie der Kreistag - zustimmen, soll die Fusion zum 1. Juni 2022 umgesetzt werden.

Zuletzt hatten die beiden Sparkassen im Dezember 2017 Gespräche über einen Zusammenschluss geführt. Die Initiative dazu war damals von der Stadt- und Kreissparkasse Moosburg ausgegangen, als Hintergrund waren die zunehmenden regulatorischen Anforderungen genannt worden, die erhebliche Mitarbeiterkapazitäten binden würden und mit steigenden Kosten verbunden seien. Die Vorstände und Verwaltungsratsmitglieder der beiden Sparkassen würden in einer Vereinigung beste Möglichkeiten sehen, "neue Impulse zu setzen und den Herausforderungen zu begegnen", hieß es in einer noch im gleichen Monat verbreiteten gemeinsamen Mitteilung der beiden Häuser. Der Zusammenschluss sollte bis Mitte 2018 vollzogen werden. Entstanden wäre ein Geldinstitut mit einer Betriebsgröße von 2,2 bis 2,3 Milliarden Euro.

Die regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen haben sich weiter verschärft

Im August 2018 kam es dann allerdings ganz anders: Die Sparkasse Moosburg ließ die Fusion platzen - der Zusammenschluss scheiterte zum dritten Mal allein in seiner Amtszeit, wie der Freisinger Johann Kirsch seinerzeit bedauerte. Die Fusion hätte die erkannten Probleme gar nicht alle gelöst und eine betriebswirtschaftliche Not habe es für die Moosburger Sparkasse nicht gegeben, begründete seinerseits der damalige Vorstandsvorsitzende des Moosburger Hauses, Fritz Hecht, den Meinungsumschwung - und: "Bekanntlich gab es ja in Moosburg auch seitens der Bevölkerung einen gewissen Druck, die Eigenständigkeit zu erhalten."

Noch einmal gut vier Jahre später wird nun dennoch ein neuerlicher Anlauf unternommen. Die regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen hätten sich seither noch weiter verschärft, erklärt Manuela Radspieler, die im August 2020 Nachfolgerin von Hecht in Moosburg geworden ist. Wenn man dauerhaft selbständig bleiben wolle, sei jetzt der richtige Zeitpunkt für diese Fusion. Dass sich bei den Bürgerinnen und Bürgern neuerlich Widerstand regen könnte, befürchtet Radspieler nicht. Die Bevölkerung wisse, "wie die Situation nach der langen, andauernden Niedrigzinsphase und angesichts der ständig weiter fortschreitenden Digitalisierung ist: "Da hat sich die Denkweise inzwischen auch verändert."

Ziel ist eine regionale Sparkasse mit starker Kundenorientierung und guten Perspektiven

Formuliert wird von beiden Seiten aktuell das Ziel, eine regionale Sparkasse mit starker Kundenorientierung und guten Zukunftsperspektiven zu schaffen, die auf zwei starken Säulen ruhe: der Sparkasse Freising und der Stadt-und Kreissparkasse Moosburg. Beide Städte sollen auch im Namen des neuen Geldinstituts stehen. Die nun angestrebte Betriebsgröße wird auf gut drei Milliarden Euro beziffert. Damit würde sich die neue Sparkasse Freising-Moosburg im stabilen Mittelfeld der bayerischen Sparkassen einreihen, wie es in einer Pressemitteilung zu dem Zusammenschluss heißt.

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