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"Sonderimpftage" in einigen Landkreisen:Kein Sonderkontingent erhalten

Das Landratsamt weist Kritik zurück, die Bestellung zusätzlicher Impfdosen "verschlafen" zu haben

Von Peter Becker, Freising

Sonderimpftage gibt es derzeit in einigen Landkreisen Bayerns. Der Landkreis Berchtesgadener Land hält 3650 Impfdosen von Astra-Zeneca bereit und die Stadt Weiden rief an diesem Dienstag über 60-Jährige dazu auf, sich ihre erste Spritze gegen das Coronavirus abzuholen. Möglich machten diese Aktionen Sonderkontingente des Impfstoffs. Im Landkreis Freising ist kein Sonderimpftag angekündigt, weshalb ein Leser argwöhnt, das Freisinger Landratsamt habe es verschlafen, rechtzeitig ein entsprechendes Kontingent zu ordern. Das wiederum dementiert Robert Stangl von der Pressestelle der Behörde. "Es gab keine Anfrage von irgendeiner Stelle", sagte er auf Nachfrage. Er vermutet, Grund für die Sonderimpftage sei, dass Posten von Astra-Zeneca übrig geblieben seien, die nun außer der Priorisierungsreihe verabreicht würden.

Ähnliches ist im Landkreis schon geschehen. Ende März hatte es eine Anfrage gegeben, ob dieser 168 Impfdosen übernehmen wolle, bevor deren Verfallsdatum ablaufe. Diese stammten aus einem anderen Landkreis. Empfänger der Extradosen war Personal der Rettungsorganisationen, Feuerwehren und des Technischen Hilfswerks. Sie waren kurzfristig über die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, informiert worden. Von Montag, 19. April, an soll Astra-Zeneca nicht mehr für Erstimpfungen in den Bayerischen Impfzentren verwendet werden. Der Landkreis erwartet für kommende Woche weitere 600 Dosen von Astra-Zeneca. Mit denen würden die Hausarztpraxen beliefert, sagt Stangl.

Der Inzidenzwert pro 100 000 Einwohner ist auf 170,5 gefallen. Am Montag lag er bei 180,5. Im Landkreis Freising sind seit Beginn der Pandemie insgesamt 6961 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 119 Menschen sind mit oder an Covid-19 gestorben. Die Lage im Klinikum Freising ist wie folgt: Dort gibt es aktuell 18 Coronafälle, davon werden fünf Patienten auf der Intensivstation betreut, vier von ihnen müssen beatmet werden, und es gibt noch einen Verdachtsfall. Mit Stand vom 13. April haben 20 968 Menschen aus dem Landkreis Freising die erste Impfung erhalten, die zweite wurde 10 707 Menschen verabreicht.

Im Landkreis gelten laut Landratsamt seit Montag neue Coronaregelungen. An den Schulen finden Präsenz- und Wechselunterricht nur in den vierten Klassen der Grundschule, den elften Klassen an den Gymnasien und der FOS sowie den Abschlussklassen statt. Schülerinnen und Schüler, die daran teilnehmen, müssen sich mindestens zweimal die Woche einem Coronatest unterziehen. Zu Beginn des Schultags muss ein negatives Ergebnis eines PCR- oder Antigentests vorliegen oder in der Schule ein Selbsttest vorgenommen werden. Das Ergebnis darf höchstens 24 Stunden alt sein. Wer als Kunde in einem Ladengeschäft einkaufen will, muss sich anmelden und einen negativen Test vorlegen.

© SZ vom 14.04.2021
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