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Sommerfreuden, Sommerklagen...:Streit am See

Badegäste und Surfer geraten sich in Neufahrn in die Haare. Erholungssuchende wollen nicht länger von den ´Herren des Sees` auf schwimmenden Brettern vertrieben werden.

Dicke Luft am Surfsee: Erholungssuchende am Westufer beklagen in einem Brief an die Gemeinde, dass sie immer wieder von Mitgliedern des Surfclubs aufgefordert werden, das Gelände zu verlassen - "zuweilen im Kasernenton und in Feudalherrenmanier". Seit etwa einem Jahr komme es zu den Dissonanzen mit den "Herren des Sees", die nun zu eskalieren drohten. "Jeder Seehund an der Nordsee wird freundlicher behandelt", heißt es in dem Schreiben, das sieben Neufahrner und ein Allershauser unterschrieben haben. Der SSC-Vorstand wiederum bezeichnet solche Anschuldigungen nicht nur als "sehr weit hergeholt". Vielmehr sei es "genau umgekehrt - wir werden ständig angegangen", betont Vorsitzender Ulrich Bergers und verweist auf das Hausrecht des Vereins, der einen Teil des Geländes von der Gemeinde gepachtet hat. Er selbst könne im Zweifelsfall sogar privat haftbar gemacht werden.

Bereits am Donnerstag wird das Thema im Rathaus diskutiert: Bürgermeister Rainer Schneider trifft sich mit Vereinsvertretern, um die Verlängerung des Pachtvertrags zu besprechen. Ehe er nicht beide Seiten gehört hat, will er die Auseinandersetzungen nicht kommentieren. Eine Vermittlung dürfte indessen schwierig werden - die Fronten scheinen verhärtet. Für die Unterzeichner des Schreibens steht jedenfalls fest, dass die Gemeinde den Pachtvertrag "unter Aspekten des Gemeinwohls etwas genauer unter die Lupe" nehmen sollte, und Erholungsuchende trotz des Vertrags die Möglichkeit haben sollten, "das wild-romantische Ambiente am Sportsee" zu genießen. Zumal an den wenigen Sommertagen mangels Wind ohnehin kaum Surfbetrieb statt finde. Während die Landzunge bis zum Biotop vom SSC vor allem als Parkplatz benutzt werde, würden "ein paar friedliche Sonnenanbeter von ihren Handtüchern vertrieben". - "Mein Vereinsheim, mein Parkplatz, mein See - so funktioniert das im 21. Jahrhundert nicht mehr", resümieren die Unterzeichner.

Bergers dagegen berichtet vom Müll, den Erholungssuchende am See hinterlassen, und von Surfbrettern, die von Nicht-Mitgliedern am Uferbereich abgelegt werden und den Kursbetrieb behindern. Das gepachtete Areal - darunter ein Achtel der Uferfläche - sei nun mal Privatgelände und den Vereinsmitgliedern vorbehalten. Andere Benutzer müssten um Erlaubnis fragen. Das werde bei anderen Sportstätten auch gehandhabt, sagt Bergers.