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"Smart City" Moosburg:Mit digitalem Ticket komfortabler parken

Digitalisierungsreferent Philipp Fincke beantragt Einführung einer speziellen App - sofern keine Kosten entstehen

Von Alexander Kappen

Der neue Digitalisierungsreferent des Stadtrats, Philipp Fincke (FDP), möchte Moosburg zur "Smart City" machen und hat deshalb jetzt den Antrag gestellt, in der Stadt ein digitales Parkticket einzuführen. Der schriftliche Antrag, den er an Bürgermeister Josef Dollinger (FW) und die Stadtratsmitglieder verschickt hat, sieht vor, dass die Verwaltung zunächst einmal alle geeigneten Parkplätze, Parkhäuser und Tiefgaragen zusammentragen soll. Außerdem soll die Stadtverwaltung beauftragt werden, Angebote von Anbietern für digitales Parken einzuholen und die Ergebnisse dem Stadtrat vorzulegen.

Dafür, was ein geeignetes Angebot ist, soll der Stadtrat nach Wunsch des Digitalisierungsreferenten folgende Kriterien beschließen: Es darf kein Aufpreis für die Endverbraucher entstehen. Ebenso wenig anfängliche Kosten für die Stadt, die Beschilderung an den Automaten müsse demzufolge der Anbieter übernehmen. Laufende Gebühren für die Stadt dürfen nur minimal sein und die Umsetzung von digitalen Parkberechtigungen für Anwohner, Dauerparker und so weiter muss gewährleistet sein. Zudem soll nach den Vorstellungen von Fincke die Kontrolle der digitalen Tickets mit der bestehenden Ausrüstung der Parkraumüberwacher möglich sein. Das digitale Parkticketsystem müsse benutzerfreundlich sein. Für die Bürger und gewerblichen Nutzer soll es verschiedene Bezahlmöglichkeiten wie Paypal, Kreditkarte und "auf Rechnung" geben. Der App-Anbieter soll den zentralen Kundenservice übernehmen, ebenso das Mahnwesen.

Das Parken in Moosburg, so Finckes Vorstellung, soll durch das digitale Ticketsystem "sehr viel komfortabler werden". Heute steige man "aus dem Auto aus, läuft zum Parkautomaten, wirft einen ganzen Euro ein, weil das nötige Kleingeld gerade nicht parat ist, ärgert sich auf dem Weg zurück zum Auto darüber, legt das Ticket unter die Windschutzscheibe und kann dann erst in die Stadt laufen", schreibt er in der Begründung seines Antrags. In Zukunft stelle er sich das anders vor: "Ich parke, steige aus dem Auto, in der Zwischenzeit wähle ich auf meinem Handy aus, dass ich jetzt gerade parke. Fertig. Wenn ich zurückkomme, gebe ich darüber der Park-App Bescheid und die Parkdauer wird minutengenau abgerechnet. Kein Hin-und-her-Gelaufe, kein nerviges Kleingeld-Gesuche. Idealerweise kann ich auch vorab eine gewisse Dauer der Parkzeit auswählen und diese von überall aus verlängern."

In den Nachbarstädten Erding und Pfaffenhofen, die bereits unterschiedliche digitale Parkticketsysteme anbieten, hat der FDP-Stadtrat sich bereits erkundigt und "um ein Statement zu ihrem jeweiligen Anbieter gebeten", wie er schreibt. "Aufgrund der guten Erfahrung orientiere ich mich mit meinen vorgeschlagenen Kriterien an denen von Pfaffenhofen."

© SZ vom 15.09.2020
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