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Seltene Bodenbrüter im Freisinger Moos:Der Brachvogel ist da

Knapp die Hälfte der heimischen Vögel gefährdet - Großer Brachvogel

Der große Brachvogel ist aus dem Winterquartier zurück und sucht nun geeignete Brutplätze.

(Foto: dpa)

Die geschützten Tiere suchen jetzt geeignete Brutplätze

Die Großen Brachvögel sind wieder da, die seltensten Landkreis-Bewohner. Sie müssen jetzt nach dem langen Flug aus dem Winterquartier wieder Fleisch auf die Rippen bekommen und Brutplätze suchen. Die sind rar, nicht umsonst steht der Große Brachvogel ganz oben auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Vogelarten. Er lebt nicht nur im verschwindenden Lebensraum Moor und Feuchtwiesen, sondern legt die Eier als Bodenbrüter auch einfach auf die Erde. Das klappt dort gut, wo es offene und feuchte Wiesen gibt, denn dort leben weniger Mäuse und damit weniger Füchse.

Trotz dieser hohen Ansprüche gibt es im Landkreis noch eine vergleichsweise große Zahl Brachvögel, die bis zu 60 Zentimeter lang werden, mit einer Flügelspannbreite von bis zu einem Meter. Der Grund dafür, dass sich die europaweit seltenen Tiere hier halten, sind Schutzflächen im Vogelschutzgebiet Freisinger Moos - und der Flughafen. Obwohl für dessen Bau viele Wiesen trocken gelegt wurden, bietet das umzäunte Flughafenumfeld eine sichere Brutstätte. Drei bis vier Brutpaare sind momentan im Freisinger Moos unterwegs, schätzt der Landschaftspflegeverband, der die Schutzgebiete betreut. Seit dem Vorjahr laufen Zählungen. Am meisten Brachvögel gibt es am Flughafen, vor Jahren wurden 76 Paare gezählt, das wäre das größte Vorkommen in Bayern. Der Flughafen ist stolz darauf und achtet bei Mahd und Wartungsfahrten auf die Brutzeit. Ein Paar legt zwei bis fünf bräunliche bis grünliche Eier in flache Mulden auf den Boden und bebrütet sie einen knappen Monat lang. Die Kinderstube verbringen die Jungvögel, die überleben, dann im Freisinger Land, bevor sie ab Juni in ihre Wintergebiete an die Küsten Großbritanniens, Dänemarks bis nach Spanien, Marokko und Mauretanien aufbrechen.

Der Große Brachvogel gehört zu den Schnepfen und fällt vor allem mit seinem langen, gebogenen Schnabel auf. Mit ihm pickt er Nahrung aus Erdlöchern und Flachwasser. Weil die Böden auch im Freisinger Moos immer trockener werden, wird es für Brachvogeleltern immer schwieriger, Futter zu sammeln. Umso wichtiger ist es, dass die Tiere ungestört brüten. Hundebesitzer werden in den kommenden Wochen gebeten, ihre Hunde im Freisinger Moos anzuleinen und keine Wiesen zu betreten. Bauern erhalten Kompensationszahlungen, wenn sie Wiesen erst nach der Brutzeit und schonend mähen. Der Landschaftspflegeverband Freising berät Grundbesitzer dazu.

© SZ vom 04.04.2020 / av

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