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Schwierige Standortsuche:Platz des Friedens

Das Kriegerdenkmal könnte unterhalb der alten Gemeindekanzlei platziert werden, schlägt Sebastian Brunner (hinten, vor dem Kreuz) vor.

(Foto: Marco Einfeldt)

Kranzberger Krieger- und Soldatenverein schlägt neues Grundstück für Denkmal vor

Von Petra Schnirch, Kranzberg

Seit bald 30 Jahren diskutieren die Kranzberger über einen geeigneten Standort für das Kriegerdenkmal. Sebastian Brunner, Vorsitzender des Krieger- und Soldatenvereins, hat bei einem Ortstermin mit den Gemeinderäten eine ganz neue Idee vorgestellt: Die kleine Grünfläche unterhalb der ehemaligen Gemeindekanzlei an der Kirchbergstraße wäre aus seiner Sicht ein guter Platz. Das sogenannte Kriegerkreuz aus dem Jahr 1962 müsste dafür um einige Meter versetzt werden.

Zum Einsatz kamen wieder mehrere Lattengerüste, die Brunner angefertigt hatte, um die Anordnung von Obelisk und Namenstafeln zu veranschaulichen. Die hatte er vor kurzem auch schon einige Meter weiter oben, am Kirchenvorplatz, aufgestellt, um die Größenverhältnisse aufzuzeigen. Dieser soll in den kommenden Jahren neu gestaltet werden, für das Mahnmal war dabei ein Platz in der Kurve unter der Linde im Gespräch.

Die Wiese vor der Kirche kommt nicht in Frage, weil die Kirche keinen Grund zur Verfügung stellen will. Auch der Standort vor der Linde ist laut Brunner jedoch nicht geeignet. Das habe der Test mit den Holzmodellen gezeigt. Die Sicht auf die Kirche würde verstellt, außerdem gäbe es wegen der Äste Probleme mit den Fahnen.

Das erste Kriegerdenkmal war 1926 von Kriegsheimkehrern in Eigenregie beim Metzgerwirt aufgestellt worden. An einem Freitagmittag hatten sie mit dem Betonieren der Schalung begonnen, am folgenden Sonntag signalisierten drei Böllerschüsse, dass diese Arbeiten abgeschlossen waren, schilderte Brunner. Wegen des Ausbaus der Kreisstraße musste das Mahnmal 1967 abgebaut werden. Das neue Denkmal bekam seinen Platz wieder beim Metzgerwirt. Es steht zwar auf Gemeindegrund, zu erreichen ist es aber nur über ein Privatgrundstück. Das sei "ungut". Außerdem habe sich die Umgebung verändert mit mehrstöckigen Gebäuden und zwei Kreisstraßen. Dass der Verbleib am jetzigen Platz eine gute Lösung wäre, bezweifele er, sagte Brunner deshalb.

Die Suche nach einem anderen Standort hat eine lange Geschichte. Bereits 1992 hatte der damalige Gemeinderat für eine Versetzung des Kriegerdenkmals gestimmt - doch passiert ist nichts. 2020 votierte der Bauausschuss dann für einen Abriss der alten Gemeindekanzlei, um das Mahnmal dort zu platzieren. Im folgenden Jahr wurde der Beschluss schon wieder revidiert. Nun könnte es also das Grundstück unterhalb davon werden, das ganz in Gemeindebesitz ist. Dort könnte ein "Platz des Friedens" entstehen für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege, schlug Brunner vor. Auch das große Kreuz dort hatten einst Kriegsheimkehrer mit Spenden finanziert. Der kleine Hügel soll einen Einschnitt erhalten. Gemeindearchivar Alfons Berger unterstützt den Vorschlag des Kranzberger Krieger- und Soldatenvereins. Ebenso wie Brunner wünscht er sich, dass die unschöne Leitplanke entlang der Straße durch ein Holzgeländer ersetzt wird. Diskussionen gab es keine, das Thema Kriegerdenkmal dürfte aber bald wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderats stehen.

© SZ vom 19.04.2021
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