Schulessen in Neufahrn:Eine Frage des Geschmacks

Gemeinderat zögert noch, Vertrag für die Versorgung der Kinder zu verlängern

Die Geschmäcker sind eben verschieden, das stellte auch der Gemeinderatsausschuss für Personal, Soziales und Kultur kürzlich fest. In seiner jüngsten Sitzung ging es um die warmen Mittagessen für beide Grundschulen, Mittelschule, Hort und Mittagsbetreuung. Während man im Neufahrner Rathaus von glücklichen, satten Kindern ausgeht, haben Teile des Gemeinderats offenbar ganz andere Rückmeldungen. Seit 2019 laufen Verträge mit den beiden Firmen Apetito und Foodvarieté, die fertige warme Mahlzeiten anliefern.

In den Verträgen ist eine automatische Klausel enthalten, nach der sich der Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert, wenn keine Kündigung bis 31. Dezember diesen Jahres erfolgt. Als die Corona-bedingten Schließungen der Schulen und Kinderhäuser dazu führten, dass über längere Zeiträume kein Essen oder im Notbetrieb nur sehr wenige Essen abgenommen wurden, hätten beide Vertragspartner sehr flexibel und großzügig reagiert, hieß es in der Sitzungsvorlage. Deshalb schlug die Verwaltung vor, die Verträge schon jetzt um ein Jahr zu verlängern, um den Vertragspartnern finanzielle Planungssicherheit zu gewähren. Zumal im Rathaus keine Beschwerden über die Essen eingegangen sind.

Die Mitglieder des Ausschusses aber wollten das Thema lieber erst mit den Schulen behandeln. Thomas Seidenberger, Gemeinderat der Freien Wähler, berichtete von Rückmeldungen, wonach es durchaus Klagen über die angelieferten Essen gebe. Auch gebe es an Schulen den Wunsch, zumindest wieder eine Aufwärmküche zu betreiben. Apetito wäre dem Vernehmen nach auch bereit, ein Misch-Modell anzubieten. Demnächst steht laut Seidenberger ein Gespräch mit den Schulen an, dort könne sich der Gemeinderat Rückmeldungen einholen.

Auch CSU-Gemeinderätin Christa Kürzinger wusste von Elternbeiräten, "dass die mit der Qualität ganz und gar nicht zufrieden sind. Es schmeckt den Kindern nicht, und wenn es mal schmeckt, gibt es keinen Nachschlag". Man einigte sich darauf, das Thema in der nächsten Sitzung erneut zu behandeln und bis dahin Rückmeldungen einzuholen.

© SZ vom 22.07.2021 / av
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB