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Schon 250 Schüler:Noch im Aufbau

Gisela Bouton, Lehrerin für Geige und Bratsche und derzeit kommissarische Musikschulleiterin, spielt manchmal auch auf dem neu angeschafften Steinway-Flügel. Dem Neufahrner Bürgermeister Franz Heilmeier gefällt es.

(Foto: Marco Einfeldt)

Die Musikschule Hallbergmoos-Neufahrn wirbt mit einer Schnupperwoche

Noch ist die neue Musikschule Hallbergmoos-Neufahrn im Aufbau. Rund 250 Schülerinnen und Schüler werden derzeit unterrichtet, der Großteil freilich in Hallbergmoos, wo schon früher eine Musikschule existierte, wenn auch unter dem Dach der örtlichen Volkshochschule. In Neufahrn sei man kräftig am Aufbauen, sagte Gisela Bouton, die für die in der Babypause weilende Musikschulleiterin Cornelia Fischer derzeit die Geschäfte führt.

Auch in Neufahrn gibt jedoch schon eine ganze Reihe von Musikangeboten: Unterrichtet werden Gitarre, Akkordeon, Querflöte, Cello, Klavier, musikalische Früherziehung, zudem läuft ein Eltern-Kind-Kurs. Allerdings könnten es überall noch mehr Teilnehmer sein, wie Gisela Bouton freimütig berichtet. "Die Musiklehrer, die wir haben, sind sehr gute Kräfte, die größtenteils extra aus München kommen. Da wäre es schon schön, wenn sie etwas größere Gruppen hätten." Normalerweise gibt es nur einen Anmeldetermin im Jahr, bis 31. Mai für das kommenden Schuljahr, darauf legt der Bayerische Verband der Musikschulen Wert, unter dessen Dach sich die Musikschule Hallbergmoos-Neufahrn befindet. Aber weil man eben noch im Aufbau ist, sei ein Einstieg jederzeit möglich, betont Bouton. Eine gute Gelegenheit, Lehrer und Instrumente kennenzulernen, ist die Schnupperwoche vom 21. bis zum 24. April.

In Neufahrn finden die Kurse derzeit noch an einem einzigen Standort statt, in drei Räumen im Atrium der Grundschule am Fürholzer Weg. "Das ist sehr schön dort", schwärmt die kommissarische Musikschulleiterin, es gebe nur einen Nachteil: Die Musikstunden können erst starten, wenn die Kinder der Mittagsbetreuung heimgegangen sind, also erst nach 16 Uhr. Immer öfter aber bekomme sie Anfragen nach früheren Stunden. Die Gemeinde Neufahrn habe immerhin ihre Hilfe zugesagt, zusätzliche Räume aufzutun. Generell ist Bouton voll des Lobes über die Unterstützung aus den beiden Rathäusern. Die Gemeinde Hallbergmoos hat der Musikschule jüngst sogar einen Steinway-Flügel spendiert. Der ist zwar gebraucht, hat aber immer noch 40 000 Euro gekostet. "Der Klang ist einfach ganz was anderes", so Bouton.

In Hallbergmoos ist das Kursangebot derzeit vielfältiger, mit Stunden für Saxofon, Geige, Klavier, Akkordeon, Block- und Querflöte, Trompete, Bratsche, Cello, Gitarre, Schlagzeug und Perkussion. Eine Besonderheit sind die Förderklassen. "Da werden nicht nur hochbegabte, sondern auch schwächere Kinder gefördert oder solche mit Einschränkungen oder ADHS", erklärt Bouton.

Normalerweise dauert eine Musikstunde zwischen 30 und 45 Minuten, bei den Förderklassen sind es 60 Minuten, ohne Mehrkosten. Derzeit sind Geige, Klavier und Akkordeon in den Förderklassen vertreten. Zusätzlich zu den normalen Musikstunden lernen die Kinder das Spiel mit Begleitorchester und haben Theoriestunden. Die Gruppen werden dabei individuell zusammengestellt.

Was sich Gisela Bouton für Neufahrn ebenfalls erhofft, ist, dass sich bald genug Schülerinnen und Schüler für Ensembles finden. In Hallbergmoos gibt es schon einige, zum Beispiel auch ein Jugendensemble Gitarre oder Saxofon in der U-Richtung. Bouton versichert: "Natürlich können alle Neufahrner auch nach Hallbergmoos in die Ensembles kommen, aber umgekehrt kommen auch unsere Lehrer, wenn es genug Schüler gibt."

© SZ vom 29.02.2020 / av
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