Schneebruch-Gefahr Vorsicht beim Waldspaziergang

Auch die Wege an der Freisinger Plantage sind wegen Schneebruchs gesperrt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der Schnee lastet derzeit schwer auf Ästen und Bäumen - deshalb können sie abbrechen oder umstürzen. Teile des Freisinger Walderlebnis-, des Trimm-dich-Pfads sowie der Waldfriedhof sind gesperrt.

Von Nadja Tausche, Freising

Die aktuelle Schneesituation im Landkreis birgt Gefahren, dramatisch ist die Lage aber nicht. Im Wald geht das Risiko von Ästen aus, die unter Schnee versteckt liegen. Wer beim Spazieren gehen darauf tritt, könne wegrutschen und sich verletzen, erklärt Alfred Fuchs, Leiter des Freisinger Forstamts. "Meistens rührt die Gefahr aber von oben her." Durch das Gewicht des Schnees könnten Äste herunterbrechen oder Bäume umfallen.

Besonders gefährdet sind dabei morsche Äste, wie Fuchs erklärt. In denen entstehen Hohlräume; das Wasser sammelt sich an, gefriert und dehnt sich aus. Es könne dann zu regelrechten Sprengungen kommen, so Fuchs. Aber auch gesunde Äste könnten brechen, weil sich das Gewicht des Schnees nicht gleichmäßig verteile - schwache Stellen könnten das Gewicht dann nicht mehr halten.

Derzeit bestehe aber nicht die Gefahr, dass die Wälder großflächig zusammenbrechen, beruhigt Fuchs. Deutlich gefährlicher werde es, wenn es bei sehr tiefen Temperaturen regne. "Dann bildet sich eine glasige Eisschicht an den Zweigen." Auch bei Sturm sei die Gefahr herunterbrechender Äste größer.

Beerdigungen sind weiter möglich

Am Waldfriedhof reagiert die Stadt Freising derweil mit konkreten Maßnahmen auf den Schnee. Wegen umgestürzter Bäume hat sie den Friedhof am Montag geschlossen, genauso wie den Walderlebnis- und den Trimm-dich-Pfad. "Wir sind verantwortlich, dass man das Gelände gefahrlos betreten kann", sagt Pressesprecherin Christl Steinhart. Das könne man momentan nicht gewährleisten. Beerdigungen sind allerdings weiterhin möglich: "Wir zwingen niemanden, einen Beisetzungstermin zu verschieben", so Steinhart. Es sei das zweite Mal in diesem Winter, dass die Stadt den Waldfriedhof vorübergehend schließe. Von herabfallenden Ästen verletzt worden sei auf dem Friedhof bisher niemand. Auch in den Wäldern sei ihm nichts von Verletzten bekannt, sagt Forstamtsleiter Fuchs. Man habe zwar einige Male eingegriffen, wenn etwa ein Baum am Straßenrand umgefallen ist, es sei aber alles im Rahmen. An anderen Stellen im Landkreis hat der Schnee durchaus für Chaos gesorgt.

Am Sonntag ist in der Nähe von Nandlstadt ein Baum auf eine Stromleitung gekracht. Die Gemeinde Hörgershausen war deshalb zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten, wie die Freiwillige Feuerwehr auf ihrer Webseite berichtet. Demnach haben die Bayernwerke den Baum schließlich entfernt.

Gesperrte Wege nicht betreten

Ob das Risiko im Wald den Spaziergang wert sei, müsse jeder für sich entscheiden, sagt Fuchs. Generell sei es derzeit weniger gefährlich als noch am vergangenen Sonntag. Denn da habe es geschneit, und während des Schneefalls selbst sei es im Wald am riskantesten. "Die Einschätzung ist ein Tagesgeschäft", sagt Fuchs. Er rät dazu, nicht "kreuz und quer durch den Wald zu rennen, wenn es nicht unbedingt sein muss". Wichtig sei vor allem, dass Spaziergänger gesperrte Wege nicht betreten. Der Forstbetrieb Freising hat in diesen Tagen mit dem Fällen von Bäumen begonnen, wie er in einer Mitteilung bekannt gibt. Die Arbeiten betreffen auch Teile des Walderlebnis- und des Trimm-dich-Pfades. Für etwa zwei Wochen bleiben diese an manchen Stellen weiterhin gesperrt. Das Forstamt bittet die Waldbesucher, die Sperrungen "zu ihrer eigenen Sicherheit zu beachten."