Rücktritt  von Reinhard MarxWeihbischof Bernhard Haßlberger fordert Umdenken in der Kirche

Von Birgit Goormann-Prugger, Freising

Auch der Freisinger Weihbischof Bernhard Haßlberger war am Freitagvormittag zu dem Termin mit Kardinal Reinhard Marx einberufen worden, der an diesem Tag seinen überraschenden Rücktritt vom Amt des Erzbischofs von München und Freising ankündigt hatte. "Als der Anruf kam, dass wir kurzfristig kommen sollen, da habe ich mir schon gedacht, das wird nichts gescheites. Aber dass es dann es so schlimm wird, habe ich mir nicht gedacht. Wir waren dann auch alle ziemlich platt, als er das gesagt hat und ich hoffe, dass Papst Franziskus seinen Rücktritt nicht annimmt", sagte Haßlberger.

"Das ist für uns alle ein großer Paukenschlag und auch ein Grund, tiefer zu schürfen und zu überlegen, wie wir pastorales und kirchliches Leben in manchen Punkten auf neuen Füße stellen, wie das im Rahmen der Kirche eben möglich ist", so Haßlberger weiter. Zu Aussage von Reinhard Marx, die Kirche befinde sich an einem "toten Punkt", sagte er, "das ist natürlich sehr scharf ausgedrückt, aber in gewisser Weise stimmt das ja auch." Wenn man höre, was viele Leute denken und sagen, dann müsse man erkennen, dass die Kirche an einem Punkt sei, an dem man nicht mehr sagen könne, "es wird schon weitergehen und wir können das aussitzen". Das müsse man jetzt grundlegender an die Sache ran und neue Wege gehen. "Ich hoffe, dass wir sie auch noch mit Reinhard Marx gehen können", sagte Haßlberger.

© SZ vom 07.06.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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