bedeckt München 29°

Slacklinen mit Stadtblick:Weltrekord in 40 Meter Höhe

Hessentag 2017 in Rüsselsheim

Lukas Irmler beim Hessentag in Rüsselsheim: Den Weltrekord im Slacklinen über 254 Meter hat der Freisinger jedoch über dem Pfaffenhofener Hauptplatz aufgestellt.

(Foto: dpa)

Dem Freisinger Lukas Irmler glückt in Pfaffenhofen der Weltrekord im Slacklinen.

Interview von Peter Buchholtz

Der 28-jährige Lukas Irmler aus Freising hat am Sonntag den Slackline-Weltrekord im bebauten Gebiet gebrochen - 254 Meter hat er in 40 Meter Höhe über dem Pfaffenhofener Hauptplatz zurückgelegt. Auf der Slackline hat er zuvor auch schon die Victoriafälle in Simbabwe überquert. Die Freisinger SZ sprach mit Lukas Irmler über die Vorbereitung, das High- und Tricklinen sowie die wachsende Popularität des Sports.

SZ: Herr Irmler, Glückwunsch zum Weltrekord. Was ist das für ein Gefühl, in dieser Höhe auf der Slackline zu balancieren?

Lukas Irmler: Wir hatten ein gestandenes Publikum von 5000 Leuten - das war wirklich gigantisch. Tim Heinrichs ist als Erster gelaufen und hat es auch gleich geschafft. Die Stimmung war dann natürlich aufgeheizt. Durch die 40 Meter Höhe hat man zwar eine sehr gute Aussicht über Pfaffenhofen, dementsprechend pfeift es dort oben aber auch. Beim Hinweg zum Rathaus rüber war ich sehr auf die Slackline fokussiert, den Rückweg zur Kirche konnte ich dann mehr genießen.

Lukas Irmler hat den Weltrekord geknackt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Wie bereiten Sie sich auf solch einen Weltrekordversuch vor?

Ein großer Teil der Vorbereitungen sind logistischen Ursprungs, das heißt vor Ort alles mit dem Ordnungsamt abklären, den Kran aufstellen, die Leine spannen. Für den sportlichen Teil begeht man zu Trainingszwecken lange Slacklines. Wir haben in Pfaffenhofen eine 300-Meter-Slackline über einer Wiese gespannt, dadurch konnten wir uns gut vorbereiten. Auf der Slackline über dem Hauptplatz war das dann natürlich noch mal anders. Es ist viel unruhiger, die Leute bewegen sich, Autos fahren, es gibt Musik und Lärm. Es sind viele Einzelfaktoren, die einen aus der Konzentration bringen können.

Neben der Highline gibt es die Trickline, auf der Kunststücke vorgeführt werden. Erklären Sie uns den Unterschied?

Die Trickline ist im Prinzip eine ganz andere Disziplin, fast eine andere Sportart. Die längeren Slacklines sind viel lockerer gespannt und haben dadurch eine andere Schwingungsfrequenz. Bei der Highline geht es um Distanz und Ausdauer, bei der Trickline um die Show und um die Kunststücke. Nachdem ich im Sommer 2006 im Garten mit ganz kurzen Distanzen angefangen hatte, wurde für mich bald die Höhe zu einem faszinierenden Element.

Sie haben schon mehrere größere Sponsoren im Rücken. Wie populär ist Ihr Sport in Deutschland und lässt sich damit als Athlet auch Geld verdienen?

Das Slacklinen hat sich in den vergangenen Jahren explosionsartig verbreitet. Viele kannten das vor einigen Jahren noch nicht, heute ist das vielen ein Begriff. Durch die Popularität ist es leichter, Sponsoren zu finden, die einen unterstützen. Vom Athlet sein alleine kann man beim Slacklinen aber nicht leben. Ich werde für Shows gebucht und halte Workshops und Vorträge, etwa zu meinen Abenteuern und dem Umgang mit der Angst.

© SZ vom 13.06.2017/zim

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite