Reden wir überGefährliche Blutsauger

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Lorenz Weigl erklärt, wie man sich vor Zecken schützen kann

Interview von Thilo Schröder, Freising

Sie saugen Blut und übertragen Krankheiten: Zecken. Und das am liebsten im Sommer, wenn sie durch Wälder und Wiesen krabbeln. Im Interview erklärt Lorenz Weigl () vom Gesundheitsamt im Landkreis Freising, wie man einem Zeckenstich vorbeugen kann, was im Ernstfall zu tun ist und wieso der Landkreis als Risikogebiet eingestuft wird.

SZ: Wo halten sich Zecken vermehrt auf?

Weigl: In Wiesen und Wäldern, vor allem feuchtes, kniehohes Gras und Buschwerk sollte man meiden.

Welche Gefahr birgt ein Zeckenstich?

Zecken können vor allem zwei Krankheiten übertragen: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Krankheit, bei der grippeähnliche Symptome wie Fieber, aber auch eine Hirnhautentzündung auftreten können, und Borreliose, eine Bakterieninfektion.

Der Landkreis Freising gilt laut Robert-Koch-Institut als FSME-Risikogebiet.

Wir hatten 2014 zwei Erkrankungen, 2015 keine, 2016 und 2017 je eine und heuer bislang zwei. Da ist keine direkte Erhöhung ablesbar. Die Zahl der Erkrankungen dient als Hilfsparameter für die Bestimmung. Unsere Nachbarlandkreise sind zudem Risikogebiete - und Zecken machen nicht an politischen Grenzen halt, darum sind wir es auch. Unabhängig davon kann man sich gegen FSME impfen lassen; in Risikogebieten zahlt das die Krankenkasse.

Wie kann man Zeckenstichen vorbeugen?

Man sollte leichte, lange, helle Kleidung tragen und die Socken über die Hosenbeine stülpen. Stiefel können nützlich sein, zum Beispiel beim Pilze sammeln im Wald. Helfen können Sprays oder Cremes, die Zecken abhalten. Im Optimalfall sprüht man seine Kleidung gleich mit ein. Am Abend sollte man sich dann gründlich auf Zecken absuchen, vor allem Hautfalten.

Und wenn es trotz allem passiert ist?

Dann sollte man die Zecke möglichst bald entfernen und zwar, indem man sie hautnah fasst, zum Beispiel mit einer Pinzette. Wichtig ist, sie nicht herauszureißen, sondern langsam und kontinuierlich zu ziehen. Die Stelle sollte man im Anschluss markieren. Falls nach circa einer Woche eine Rötung auftritt und bleibt, sollte man auf alle Fälle zum Arzt.

© SZ vom 19.07.2018 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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