Süddeutsche Zeitung

Rathaus-Sanierung:Umzug in der letzten Aprilwoche

Nach kurzen Verzögerungen beim Innenausbau steht der Eröffnungstermin für das Echinger Verwaltungsgebäude fest: Anfang Mai soll es so weit sein - sofern die Corona-Pandemie dann Publikumsverkehr zulässt

Von Klaus Bachhuber, Eching

Corona hat die Großbaustelle im Herzen Echings nicht groß behindert. Auf der Zielgeraden aber gab es doch noch einmal eine Verzögerung, sodass der Bezug des neuen Rathauses um ein paar Tage verschoben wurde. Geplant ist der Umzug aus den angemieteten Übergangsbüros in den Neubau nun in der letzten Aprilwoche. Eröffnung wäre demnach Anfang Mai - sofern für die Gemeindeverwaltung, und dann kommt doch wieder Corona ins Spiel, so etwas wie eine Öffnung möglich ist.

Beim Innenausbau habe bei einer Bodenlegerfirma "die Qualität nicht gepasst", erläuterte Bürgermeister Sebastian Thaler auf Anfrage, die Gemeinde habe den Kontrakt gekündigt. Der Auftrag wurde dann geteilt, so dass mehrere Firmen beauftragt werden konnten, die parallel arbeiteten. Dennoch habe der Vorgang eine Zeitverzögerung von rund einem Monat bewirkt. Über die Weihnachtsferien waren Gutachter im Haus, um die Ansprüche der Gemeinde abzusichern.

Gerade läuft die Vorbereitung und Installation der Digitalausstattung, die für den Umzug komplett neu aufgesetzt wird: neue Server, neue Systeme, neue mobile Endgeräte in den Büros. Noch im Januar soll als Vorbote der neuen Digitalzeit ein Rats- und Bürgerinformationssystem online gehen, mit dem die Informationen zu Themen, Sitzungen und Beschlüssen des Gemeinderats allgemein zugänglich werden. Für den Start in den Verwaltungsalltag mit dem Umzug sollen die neuen Systeme einen Monat Vorlauf bekommen.

Ende Februar wird die Lieferung der neuen Büromöbel erwartet. Bis auf die Bürostühle, die schon vom alten Rathaus in die Dependance an der Fürholzer Straße umgezogen sind und nun erneut an die Hauptstraße mitgenommen werden, werden die neuen Büros neu ausgestattet. Die völlig neu gestalteten Repräsentationsräume vom Sitzungssaal übers Trauzimmer bis zum Foyer müssen ohnehin neu möbliert werden.

Die Gemeindeverwaltung war im Juli 2018 aus dem Rathaus an der Hauptstraße in angemietete Büroräume im ehemaligen Firmensitz des einstigen Baukonzerns "Alpine" an die Fürholzer Straße im Gewerbegebiet Nord umgezogen. Zweieinhalb Jahre war dort die Anlaufstelle für Behördengänge, ehe zum Jahresende die Pandemie-Vorschriften die Schließung des Hauses erzwangen. Die Sitzungen des Gemeinderats und seiner Ausschüsse waren zunächst im Saal des ASZ in der Ortsmitte verblieben, wo die Gremien auch schon in der Endphase vor dem Umzug getagt hatten; auch hier erzwang Corona eine Verlagerung der Sitzungen in den größeren Saal im Bürgerhaus.

Mit der Rodung des früheren Baum- und Strauchbestands um das alte Rathaus begann dann im September 2018 der Umbau. Das 1974 eröffnete Rathaus wurde dazu bis auf das Traggerüst entkernt. Die damalige Gliederung mit zehn identischen Achsen von je knapp vier Meter Breite wurde beibehalten und mit einem Anbau von vier weiteren Achsen nach Osten fortgeführt. Mit diesem ist das Rathaus nun rund 53 Meter lang.

Auf vier Etagen sind Verwaltungseinrichtungen mit rund 2600 Quadratmeter Nutzfläche entstanden. Im östlichen Anbau finden ein Sitzungssaal mit gläsernen Außenwänden und ein Trauzimmer Platz. Die beiden Räume sind über einen eigenen Eingang mit einem separaten Foyer und einem Vorplatz im Freien erreichbar. In Ergänzung zum bisher ausschließlichen Zugang von Süden über die Hauptstraße erhält das neue Rathaus diesen weiteren Zugang von Osten und einen dritten gleichwertigen Eingang von Norden, vom Bürgerplatz.

Die acht Meter breite Passage zwischen Nord- und Südeingang vom Bürgerplatz zur Hauptstraße bildet das Foyer des neuen Rathauses. Vor dem östlichen Zugang entsteht ein völlig neuer Vorplatz mit Brunnenanlage, der erst im Frühjahr angelegt wird. Auch die Situation an der Hauptstraße wird völlig neu gestaltet. Zum Bürgerplatz hin, zu dem bis jetzt historisch bedingt nur eine "Hinterhofsituation" existiert, entsteht eine gleichwertige Gebäudeseite mit repräsentativem Eingang.

Die Baustelle unter dem Rathaus, die Sanierung der Tiefgarage, liegt ebenfalls in den letzten Zügen. Die Bauarbeiten sind nach Rathausangaben abgeschlossen, gerade wird noch die Elektronik verlegt. Für Anfang April ist geplant, die Tiefgarage freizugeben. Die überfällige Sanierung der angegriffenen Bausubstanz war parallel zur Rathausbaustelle gelegt worden, im April 2020 ging es dort los.

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Quelle:
SZ vom 20.01.2021
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