Umstrittene KatzenausstellungVeranstalter: Peta schert „alles über einen Kamm“

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Eine Sonderschau zur Britisch Kurzhaar ist Teil der Rassekatzenausstellung in Au (Symbolbild).
Eine Sonderschau zur Britisch Kurzhaar ist Teil der Rassekatzenausstellung in Au (Symbolbild).
McPHOTO/A. Schauhuber/imago images/blickwinkel

Der „Cat Club Germany“ organisiert in der Hopfenlandhalle in Au eine große Rassekatzenausstellung.  Der Verein wehrt sich gegen die seiner Meinung nach pauschalen Vorwürfe der Tierschutzorganisation.

Von Petra Schnirch, Au in der Hallertau

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Etwa 150 Katzen mit Stammbaum sind an diesem Wochenende, 25./26. Oktober, in der Hopfenlandhalle in Au/Hallertau zu sehen. Der „Cat Club Germany“ veranstaltet wie schon vor zwei Jahren eine Rassekatzenausstellung, eine Sondershow widmet sich der Britisch Kurzhaar, eine derzeit sehr gefragte Rasse. Eine Jury prämiert die schönsten Tiere. Zudem wird Zubehör wie Futter oder Kratzbäume angeboten. Heftige Kritik übt unterdessen die Tierschutzorganisation Peta. In einer Pressemitteilung prangert sie Tierleid und Qualzucht an. Vorwürfe, die Cat-Club-Vorsitzender Thomas Haase weit von sich weist.

Peta verwende einen Standardtext, den die Aktivisten vor jeder Katzenausstellung versenden. Zu einem persönlichen Gespräch seien sie nicht bereit, sagt Haase. Tiere aus Qualzucht würden bei den Veranstaltungen nicht zugelassen. „Wir wehren uns dagegen seit Jahren.“ So finde man beispielsweise keine Perserkatzen, die aufgrund ihrer flachen Gesichter oft an Atemnot leiden. Peta schere aber „alles über einen Kamm“.

Bei Ausstellungen des Cat Clubs laufe alles seriös ab, versichert Haase. Impfausweise würden kontrolliert, die Chips der Tiere ausgelesen. Zudem findet die Veranstaltung unter tierärztlicher Aufsicht statt, wie das Veterinäramt in Freising mitteilt. Für Vereinsmitglieder sind die Richtlinien des Clubs bindend. Die Zucht darf demnach nur als Hobby und nicht gewerblich betrieben werden. Unseriös seien vielmehr häufig Züchter, die in Kleinanzeigen Tiere anbieten, erklärt Haase. Der Vorsitzende des Tierschutzvereins Freising, Joseph Popp, bestätigt das. Schlimm sei, wenn Leute privat ohne Kontrolle züchteten und gegen den Qualzuchtparagrafen verstießen, das ist Paragraf elf des Tierschutzgesetzes. Dafür sollte es hohe Strafen geben, fordert er. Hier passiere aber zu wenig.

Begeistert ist er von Rassekatzenausstellungen dennoch nicht. Das Freisinger Tierheim sei mit derzeit etwa 60 Katzen völlig überfüllt, darunter seien viele Kitten, also Jungtiere. Zwar könnten viele vermittelt werden, im vergangenen Jahr etwa 400. Dennoch „kommen viel mehr rein“, sagt Popp. Darunter sind viele abgegebene Tiere, weil Frauchen oder Herrchen ins Krankenhaus oder Seniorenheim müssen oder sich scheiden lassen. Größtes Problem sind laut Popp aber Würfe verwilderter Katzen, die fast alle krank sind. Er macht sich deshalb für eine einheitliche Kastrationsverordnung stark.

Das Tierheim ist mit Katzen völlig überfüllt, sagt Joseph Popp (Archivbild), Vorsitzender des Tierschutzvereins Freising. 
Das Tierheim ist mit Katzen völlig überfüllt, sagt Joseph Popp (Archivbild), Vorsitzender des Tierschutzvereins Freising. 
Marco Einfeldt

Illusionen macht sich der Vorsitzende des Tierschutzvereins keine. „Natürlich wäre es uns lieber, wenn die Leute zu uns kommen“, sagt er. Wer auf eine Katzenausstellung gehe, habe aber bestimmte Vorstellungen.

Warum aber soll es eine bestimmte Rasse sein? Er sei generell fasziniert von Katzen, erzählt Thomas Haase. In der Ausstellung sei auch die Hauskatze vertreten. „Jede Rasse hat ihren eigenen Charakter.“ Er selbst hat ein Faible für Burma-Katzen. Die seien sehr menschenbezogen und feinfühlig. Im Übrigen spende der Cat Club regelmäßig für Tierschutzvereine, die frei lebende Katzen einsammeln.

Die meisten Katzen seien die Ausstellungen von klein auf gewohnt, sagt der Veranstalter

Thomas Haase bestreitet, dass die Katzen in der Ausstellung gestresst sind, wie von Peta behauptet. Sie seien nicht in engen Käfigen, sondern großzügigen „Show Shelters“ untergebracht. „Wir haben Katzen dabei, die lieben das“, sagt er zu den Auftritten vor der Jury. Die meisten seien das von klein auf gewohnt. Sie seien „wie Familienmitglieder“.

Was rät das Veterinäramt Tierfreunden, die einen seriösen Züchter suchen? Jeder potenzielle Halter müsse sich im Vorfeld über die Bedürfnisse und Besonderheiten von Katzen informieren, teilt die Behörde auf Anfrage mit. Sie empfiehlt etwa die Internetseiten des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat mit dem „Leitfaden verantwortungsbewusste Katzenzucht“ sowie die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) und deren Merkblatt Nummer 189 zu Mindestanforderungen an die Haltung von Katzen. Eine solche Vorbereitung könne im Gespräch mit einem Züchter als Grundlage für eine Abschätzung von dessen Seriosität dienen.

Internationale Rassekatzenausstellung in Au/Hallertau, Hopfenlandhalle, Josef-Eberwein-Straße 2, Samstag und Sonntag, 25./26. Oktober, 10 bis 17 Uhr. Eintritt sieben Euro, Kinder ab sechs Jahren 3,50 Euro, Familienkarte 15 Euro.

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