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Freisinger Planungsausschuss gefällt die Idee, an der S-Bahnstrecke einen durchgängigen Radweg nach Neufahrn zu bauen

Von Nadja Tausche, Freising

Ein durchgängiger und ausgebauter Radweg zwischen Freising und Neufahrn könnte demnächst Wirklichkeit werden. Der Planungsausschuss des Freisinger Stadtrats hat sich jetzt mit dem Thema befasst, angedacht ist demnach eine Verbindung entlang der S-Bahnstrecke. Die Gemeinde Neufahrn sei mit dieser Idee auf Freising zugekommen, erklärte Rüdiger Jürgens vom Planungsreferat der Stadt. Der geplante Abschnitt solle Teil des interkommunalen Radwegs bis Oberschleißheim sein.

Schon jetzt gebe es einen Radweg von Freising bis Pulling, sagte Jürgens in der Sitzung, der werde viel genutzt. Allerdings verläuft der Weg aktuell nicht immer entlang der Bahnstrecke. Etwa in Pulling müssen Radfahrer über den Ort fahren und so einen Umweg in Kauf nehmen. Außerdem ist der Weg in "teilweise schlechtem baulichen Zustand", so Jürgens, es bestehe Handlungsbedarf. Der Abschnitt von Pulling nach Neufahrn sei nicht ausgebaut und momentan nicht breit genug.

Für einen durchgängigen Radweg von Freising bis Neufahrn wären laut Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (Freisinger Mitte) keine riesigen Veränderungen notwendig. "Man könnte mit relativ wenig Aufwand und relativ wenig Mitteln eine gute Radwegeverbindung schaffen", sagte er. Ein solches Projekt für Freizeitsport sei genau das, was sich die Freisinger wünschten, das habe der Sportentwicklungsplan gezeigt. Den Radschnellweg von München nach Garching, der eventuell nach Freising verlängert werden soll, will man mit dem Projekt nicht in Frage stellen. Den Radschnellweg umzusetzen, werde aber wahrscheinlich etwas dauern, so Eschenbacher, die Verbindung nach Neufahrn könnte man dagegen recht schnell bauen. Stadtrat Robert Weller (Freie Wähler) regte an, die Projekte miteinander zu kombinieren. Weil an beiden Projekten großteils die gleichen Leute beteiligt seien, dürfte das kein Problem sein, erwiderte Eschenbacher.

Generell kam der Radweg bei den Stadträten gut an. Er wäre nicht nur für Radfahrer attraktiv, sondern auch für Fußgänger und Inline-Skater, hieß es. Karl-Heinz Freitag (Freie Wähler) merkte an, so wäre eine gute Verbindung zum neuen Kino möglich. Denn der Weg soll unter der Westtangente durch und an den Schlüterhallen vorbeiführen. Guido Hoyer (Linke) brachte den Gedanken ins Spiel, den Weg auch für Mofas freizugeben. Außerdem könnte ein solcher Weg entlang der Bahnstrecke auch von Rettungskräften genutzt werden. Wenn jetzt etwas passiere, komme man nur querfeldein zu den Gleisen, sagte Anton Frankl (Freisinger Mitte), der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr ist.

Als nächsten Schritt will man jetzt "auf Bürgermeister-Ebene besprechen, ob das so weitergeführt wird", erklärte Jürgens. Insgesamt soll darauf geachtet werden, dass es beim Radweg möglichst wenige Straßenquerungen gibt. Zu klären ist auch die Frage, inwieweit man die Deutsche Bahn und den Freistaat Bayern in die Planungen mit einbeziehen muss, denn der Grund für den Weg ist nur teilweise im Besitz der Stadt Freising. Im Auge behalten müsse man dabei immer, dass der Streckenabschnitt München-Landshut möglicherweise ausgebaut wird, sagte Eschenbacher: "Wir haben das Problem, dass uns immer noch die Viergleisigkeit im Nacken schwebt."