Unter dem Motto "Der Demokratie zuliebe - kein Schulterschluss mit Rechts!" haben am Montag lokale Parteigliederungen von Grünen, SPD, Der Linken und der Partei sowie das Bündnis "Freising ist Bunt" gegen die jüngsten Protestmärsche von Gegnern der Corona-Maßnahmen demonstriert. Nach Angaben der Polizei waren zuvor erneut bis zu 175 Teilnehmende aus den Reihen der Impfpflichtgegner, Pandemieleugner und Verschwörungsgläubigen zu einer nicht angezeigten Versammlung auf den Marienplatz gekommen. Dort standen sie in Grüppchen herum, wenig später genehmigte die Polizei die Veranstaltung nachträglich, rief zur Einhaltung der Corona-Beschränkungen auf und ordnete ein Ende für 20.15 Uhr an.
Nicht angemeldete Zusammenkünfte wie diese würden in Freising auch von der AfD mitorganisiert und böten in ganz Deutschland Rechtsextremismus eine Plattform, sagte Lena Haußmann von der Grünen Jugend, die mit den Gegendemonstranten in einem abgetrennten Bereich des Marienplatzes vor allem Kritik daran übte, dass sich die Teilnehmenden nicht ausreichend von solchem Gedankengut distanzierten. Hier gelte es, klare Kante zu zeigen und für Demokratie und ein funktionierendes Gemeinwesen Verantwortung zu übernehmen. Gleichwohl dürfe man diejenigen, die bloß das Vertrauen in demokratische Institutionen verloren haben, nicht aufgeben und ausgrenzen, appellierte Haußmann: "Wir müssen sie zurückgewinnen. Für Demokratie, für Freiheit, für einen friedlichen Diskurs." Am Ende sei es wichtiger, die Resignierten, die Impfgegner und Politikverdrossenen wieder für Teilhabe und demokratische Mittel zu begeistern, als Recht gehabt zu haben.
"Anders als in den meisten Ländern der Welt hat bei uns jeder und jede die Chance, sich einzubringen, sich wählen zu lassen und etwas zu verändern. Das ist der Weg, um etwas zu verbessern - und nicht das Kuscheln mit dem rechten Rand." Wir brauchen Menschen, "die gewillt sind, sich an die demokratische Grundordnung zu halten", sagte Teresa Degelmann (SPD) an die Adresse der Protestierenden: Sie würden von der Meinungsfreiheit der Demokratie profitieren, diese aber mit Füßen treten und von Diktatur reden.
Die Zahl der Teilnehmer an der Gegendemonstration hat die Polizei auf etwa 80 Personen beziffert. Zu nennenswerten Störungen kam es nicht, der Marienplatz war gegen 20.30 Uhr wieder menschenleer.
