Projekt Tierheim Gemeinde hilft Tierschützern

Neufahrn stellt ein Grundstück für den Neubau eines Tierheims neben der Kläranlage zur Verfügung. Jetzt muss noch die Regierung zustimmen _ und es muss geklärt werden, wer sich an der Finanzierung beteiligt.

Von Birgit Grundner und Gudrun Regelein

Der Neufahrner Gemeinderat hat grünes Licht für ein Tierheim an der B 11 nahe Dietersheim gegeben und will das gemeindeeigene Grundstück gegenüber der Kläranlage "grundsätzlich zur Verfügung stellen". Das erklärte Bürgermeister Rainer Schneider nach der jüngsten Gemeinderatssitzung, in der das Thema nicht-öffentlich behandelt worden war. Mit "deutlicher Mehrheit" wurde die Verwaltung beauftragt, jetzt entsprechende Verhandlungen mit dem Tierschutzverein zu führen. Sowohl ein Verkauf als auch eine Verpachtung seien denkbar, so der Rathauschef, "das wurde noch nicht festgelegt". Nach Angaben des Vereins würden jedenfalls bis zu drei Hektar benötigt.

Schneider räumte ein, dass es auch "ein paar Gegenstimmen" gegeben habe, was für ihn selbst jedoch "nicht so nachvollziehbar" sei. Zum einen sei es da um die mögliche bauliche Gestaltung gegangen, die derzeit aber noch gar nicht Thema sei. Zum anderen gebe es auch Gemeinderäte, die ein Tierheim "gar nicht wollen oder nicht an dieser Stelle". Allerdings würde man wohl "nie einen Platz finden, der allen passt", so Schneider. Er selbst hält den ins Auge gefassten Tierheim-Standort jedenfalls für geeignet: "Das stört dort meines Erachtens nicht."

Als nächstes muss laut Schneider nun bei der Regierung von Oberbayern geklärt werden, ob das Tierheim tatsächlich die Voraussetzung einer "Privilegierung" erfüllt und damit im Außenbereich errichtet werden kann. Was die noch nicht ganz geklärte Finanzierung betrifft, die letztendlich von der Unterstützung durch die Gemeinden abhängt, bringt Schneider eine weitere Variante ins Gespräch: Er hält auch eine Zusammenarbeit über Landkreis-Grenzen hinweg für möglich und hat das Thema in der "Nordallianz" bereits angesprochen.

Zwischenzeitlich, so der Landrat Michael Schwaiger, habe sich der Tierschutzverein mit der Bitte an ihn gewandt, ihn bei der Koordinierung der gemeindlichen Aussagen zur finanziellen Beteiligung an einem Tierheim im Landkreis und bei der Erstellung eines abgestuften Beteiligungskonzeptes zu unterstützen. Allerdings gestalte sich die Angelegenheit "relativ schwierig, weil die Beteiligung der Kommunen aufgrund der vorhandenen Informationen schlecht planbar ist".

Der Landrat habe den Tierschutzverein daher gebeten, ein ausführliches Konzept mit einer Kostenaufstellung vorzulegen, aus der beispielsweise hervorgehen sollte, welche Art von Tierherberge geplant ist und mit welcher Kapazitätsgröße zu rechnen sei. Robert Zellner, der Leiter des Ordnungsamtes in Freising, in dessen Zuständigkeitsbereich auch die Fundtiere fallen, sieht "grundsätzlich" die Notwendigkeit des Baus eines Tierheims. "Da gibt es keine Diskussion." Um Fundtiere müssen sich Kommunen kümmern, als eine vom Gesetzgeber vorgesehene Pflichtaufgabe. In Freising gebe es als einzige Gemeinde im Landkreis eine Tierauffangstation, die allerdings nur für Fundtiere im Stadtgebiet zuständig sei. In den vergangenen drei Jahren sei dort die Zahl der abgegebenen Tiere "relativ stabil" geblieben. Davon, dass die Tierauffangstation "aus allen Nähten platze", könne man definitiv nicht sprechen, sagt Zellner. Momentan sei dort eine Katze untergebracht. Als "Pflichtaufgabe" bestehe deshalb für die Stadt keine Notwendigkeit für ein Tierheim. "Aber aus der moralischen Verantwortung heraus verstehe ich die Stadträte, die sich dafür ausgesprochen haben", sagt er.