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Projekt in Hallbergmoos:Miniwald in Zentrumsnähe

Studentengruppe aus Weihenstephan möchte einen "Tiny Urban Forest" pflanzen

Von Alexandra Vettori, Hallbergmoos

Für das vierte Semester steht im Lehrplan des Studiengangs Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement an der Technischen Universität München in Weihenstephan eine Projektarbeit. Erstmals müssen Studenten und Studentinnen dann ein Vorhaben planen und auch in die Tat umsetzen. Eines der Projekte in diesem Semester soll in Hallbergmoos entstehen, dort planen 18 Studierende einen "Tiny Urban Forest". Als "kleine Mutmacher" werden diese oft nur Tennisplatz-großen Wäldchen bezeichnet, die gerade weltweit in Mode kommen, nicht nur, weil "tiny" generell gerade so "in" ist.

"Drei Bäume pro Quadratmeter", erklärt Jakob Klotz vom Tiny-Forest-Team die vorgesehenen Pflanzungen. Bis zu 40 verschiedene Baum- und Straucharten passen auf ein bis zwei Fußballfelder, dazu Krautschicht und Waldrand. Natürlich gibt es auch Bänke und Aufenthaltsorte, die Tiny Urban Forests sollen nicht nur die natürliche Artenvielfalt in ihrer Umgebung steigern, sondern auch dem Menschen gut tun. "Viele ähnliche Projekte finden zur Zeit in ganz Deutschland statt, und da noch nicht viel über diese doch sehr spannende Art der Stadtbegrünung bekannt ist, fangen wir mit Info-Tagen an", erklärt Student Tim Horsch.

Die finden von Freitag, 18. Juni, bis Sonntag, 20. Juni, statt. Die Studierenden bauen Infostände auf, reichen Getränke, an dem wahrscheinlichen Standort im Hallbergmooser Ortszentrum. Ganz sicher ist der aktuelle Standort nahe des Rathauses noch nicht, weil noch der Gemeinderat grünes Licht geben muss. Parallel sind Interviewer-Teams unterwegs, um die Hallbergmooser Bevölkerung nach Grün-Wünschen zu befragen und über das geplante Wald-Projekt zu informieren.

In seiner April-Sitzung hatte der Gemeinderat zwar seine grundsätzliche Aufgeschlossenheit signalisiert, die Zustimmung aber eher zurückhaltend und vage formuliert. Danach soll das Tiny-Urban-Forest-Projekt bei künftigen städtebaulichen Fragen lediglich berücksichtigt, allerdings nicht auf derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen umgesetzt werden. Kürzlich nun hat ein Termin zwischen Professoren und Bürgermeister stattgefunden. Dabei haben sich dem Vernehmen nach zwei mögliche Standorte heraus kristallisiert, einer in der Nähe des Rathauses, einer im Ortszentrum. Beide Flächen befinden sich im Besitz der Gemeinde.

Zunächst finden laut Tim Horsch nun Bodenproben statt, damit der Untergrund entsprechend seiner Beschaffenheit ideal auf die Bedürfnisse der Bäume angepasst werden kann. "Man muss den Boden einmal umgraben, bevor gepflanzt wird. Je nach dem, wie kiesig und wie groß seine Wasserspeicher-Kapazität ist, wird ein entsprechend großer Heu-Anteil untergemischt", erklärt er. Bei den Info-Nachmittagen, voraussichtlich finden sie nachmittags von 14 bis 18 Uhr statt, wollen die Studierenden auch ein Stimmungsbild der Hallbergmooser Bevölkerung einfangen. Sobald klar ist, wo der favorisierte Standort des 1. Hallbergmooser Tiny Urban Forest ist, wird der Ort und die genaue Dauer der dreitägigen Info-Veranstaltung bekanntgegeben.

© SZ vom 11.06.2021
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