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Profi aus Rudelzhausen:Taekwondo: Viel mehr als ein Sport

Stefan Brummer

Möglichst synchron müssen die Bewegungen in der Technikkategorie Poomsae beim Taekwondo sein. Stefan Brummer und seine Partnerin Bärbel Reiner machten das bei der Europameisterschaft gut und bekamen Bronze.

(Foto: oh)

Taekwondo hält fit und vermittelt Selbstvertrauen und Disziplin, schwärmt Stefan Brummer - und er ist sehr erfolgreich. Bei der Europameisterschaft hat der Kampfsportler aus Rudelzhausen mehrere Medaillen gewonnen.

Stefan Brummer holt sich noch schnell einen Kaffee, bevor er sich an den Tisch setzt. Er wirkt etwas müde. "Es war eine harte Woche", bestätigt er. Aber sie hat sich gelohnt: Vor ihm auf dem Wohnzimmertisch liegen zwei Medaillen, eine ist aus Bronze, die andere aus Gold. Stefan Brummer ist vor Kurzem aus Antalya zurückgekehrt, dort fand die diesjährige Europameisterschaft im Taekwondo statt.

Für den Kampfsportler vom TSV Rudelzhausen war es nicht nur die erste Europameisterschaft, sondern gleich auch eine sehr erfolgreiche. Während er davon spricht, fällt gar das Wort "Bestleistung". Und das muss bei Stefan Brummer was heißen: Er war bereits mehrmals Deutscher Meister, Bayerischer Meister, gewann die German Open, Austrian Open sowie andere Ranglistenturniere und war vergangenes Jahr bei der Weltmeisterschaft in Taiwan dabei. Seit zwei Jahren ist der 32-Jährige im Bundeskader. Fast alle Erfolge hat er dabei mit seiner Partnerin Bärbel Reiner errungen, mit der er den Paarlauf im Technikbereich bestreitet, dem sogenannten Poomsae. Ohne Gegner werden dabei, möglichst synchron, die Grundtechniken und Bewegungsabläufe des Taekwondo vorgeführt. "Wir sind Deutschlands Spitze in unserer Kategorie", sagt Brummer.

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Der Punkteabstand zu den beiden Erstplatzierten war minimal

Während die beiden bei der Weltmeisterschaft vergangenes Jahr noch leer ausgingen, gab es in Antalya den erhofften Medaillenregen. In ihrer Disziplin konnten Brummer und Reiner sich ins Finale vorkämpfen und landeten am Ende auf dem dritten Platz hinter der Türkei und Spanien. Der Punkteabstand, so der Rudelzhausener Sportler, sei minimal gewesen. Bei der anschließenden offenen Beach-Europameisterschaft, für die man nicht von seinem Nationalteam nominiert werden muss, konnte sich das Paar sogar die Goldmedaille und den Titel der Beach-Europameister sichern.

Bei der eigentlichen Europameisterschaft war Brummer auch noch ohne seine Partnerin erfolgreich: Im Dreierteam, einer weiteren Kategorie, räumte er mit Christian Senft und Paul Knaute die Bronzemedaille ab. Sein Hauptfokus, stellt der Kampfsportler klar, liege aber auf der Paardisziplin. "Da sind wir unheimlich erfreut über das Ergebnis der EM", sagt er, schließlich habe man dafür auch hart gearbeitet. Vier Mal die Woche hatte er in den Monaten zuvor mit seiner Partnerin vom TSV Neubiberg trainiert, dazu mehrere Male alleine. "Irgendwo bin ich auch froh, dass es jetzt vorbei ist", gesteht Brummer lachend, "und ich nicht mehr von der Außenwelt abgeschottet bin."

Brummer trainiert, seit er neun Jahre alt ist

Eine wirkliche Pause hat der 32-Jährige jetzt aber nicht. Bald steht das nächste Qualifikationsturnier mit der Jugend an, die Vorbereitungen laufen schon. Neben der eigenen Karriere engagiert sich Brummer noch als Kindertrainer in seinem Verein. "Ich trainiere eine Technikgruppe, die ist richtig gut", bemerkt er stolz. Fast jeden Tag selbst trainieren, Wettkämpfe und dann noch mit den Jugendlichen auf der Matte stehen - wie passt das alles unter einen Hut? "Klar, es ist ein großes Hobby und zeitintensiv, Geld gibt es auch keins", stellt Brummer fest. Ein großes Hobby, aber eben auch eins, das ihm am Herzen liegt - und das bereits, seit er neun Jahre alt ist.

Seinen Lebensunterhalt verdient Stefan Brummer sich als Metallbaumeister in Mainburg, nach Feierabend dreht sich dann aber fast alles um seinen Sport. "Es ist ja nicht nur ein Sport", sagt er. "Man lernt auch Selbstverteidigung Selbstvertrauen und Disziplin." Außerdem halte es fit, gesund und beweglich. Wer Taekwondo macht, da ist sich Stefan Brummer sicher, braucht kein Fitnessstudio mehr und kümmert sich präventiv um seinen Körper und die Gesundheit. "Es gibt noch über 65-Jährige, die Wettkämpfe bestreiten", sagt er.

Ob er später auch mal zu denen gehört, weiß Brummer noch nicht. "Aber Taekwondo hat mein halbes Leben geprägt, und solange ich kann, will ich weitermachen." Sein nächstes großes Ziel ist die Weltmeisterschaft 2020 in Dänemark. Diesmal wollen Reiner und er auch von dort eine Medaille mitbringen.

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