Personalmangel in Neufahrner Pfarrei:Pastoralreferentin verlässt Neufahrn

Mihaela Macan fühlt sich durch neuen Stellenplan verunsichert

Nach knapp fünf Jahren als Pastoralreferentin in der Neufahrner Pfarrei St. Franziskus bricht Mihaela Macan ihre Zelte hier ab. Wie sie im jüngsten Pfarrbrief berichtet, hat sie sich spontan auf eine Stelle der Diözese Rottenburg-Stuttgart beworben. In der Neufahrner Pfarrei hatte man den Weggang der jungen Pastoralreferentin zwar erwartet, schließlich war sie dafür, dass Neufahrn ihre erste Stelle war, ohnehin lange da. Trotzdem wirft der Abschied ein Schlaglicht auf eine Pfarrei, in der sich akuter Personalmangel abzeichnet, zumindest bei den "Hauptamtlichen".

Pfarrer Wolfgang Lanzinger rechnet nicht damit, dass für Mihaela Macan ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu erwarten ist, "da kommt niemand mehr nach", sagt er. Denn der Personalplan der Erzdiözese München-Freising sehe für St. Franzikus ab dem Jahr 2024 nur noch eine halbe Priesterstelle und eine halbe Pastoralreferentinnen-Stelle vor. Was das für die derzeit noch zweite und bald einzige Neufahrner Pastoralreferentin Christina Brandl-Bommer bedeutet, sei noch nicht absehbar. Für ihn selbst dagegen ist die Sache klar, "ich gehe in einem Jahr in Rente", sagt Lanzinger, "dann muss man schauen, wie es mein Nachfolger regelt". Nur so viel kann er sagen, "es kommen große Umbrüche auf uns zu, da sind wir ein Stück weit in Gottes Hand".

Noch freilich läuft der Strategieprozess der Erzdiözese, und Neufahrn wird weiter mehr Personal fordern, "wir beantragen auf jeden Fall wieder einen ganzen Pfarrer", so Lanzinger. Er verweist auf die 6000 Gläubigen, die zur Pfarrei gehören. Damit falle viel Arbeit an, zusätzlich zur Großgemeinde gebe es auch einen Kindergartenverbund. Glücklicherweise verfüge St. Franzikus über viele engagierte Ehrenamtliche, sagt er. Das gelte für die Gottesdienste und für die Jugendarbeit. "Wir haben ein sehr fleißiges Firmteam", lobt Lanzinger.

Mihaela Macan gibt in der Begründung für ihren Weggang aus Neufahrn an, dass die Unsicherheit durch den neuen pastoralen Stellenplan eine Rolle dabei gespielt habe, sich auf eine andere Stelle zu bewerben. Sie wird nun als psychologische Beraterin für drei Jahre an einem Projekt zur Prävention sexualisierter Gewalt arbeiten und im Anschluss wieder in die Erzdiözese zurückkehren. In Neufahrn war sie vor allem in der Jugendarbeit tätig. Am 1. August um 10 Uhr findet der Abschiedsgottesdienst für Mihaela Macan statt.

© SZ vom 20.07.2021 / av
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