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Park & Ride-Platz:Viel überlegt, nichts passiert

Wer zu spät kommt, hat verloren. Der Park & Ride Parkplatz am Freisinger Bahnhof ist ständig überfüllt.

(Foto: Marco Einfeldt)

Seit fünf Jahren denkt man im Freisinger Rathaus über ein Parkdeck am Bahnhof nach. Das würde die massive Not von Autofahrern lindern, die dort per Bahn weiter pendeln. Umgesetzt wurde nichts, die Stadt verweist auf viele Schwierigkeiten.

Pendler, die täglich mit Zug oder S-Bahn fahren, können ein Lied davon singen: Von Verspätungen, überfüllten Waggons oder ausgefallenen Verbindungen. Wer aber mit dem Auto zum Freisinger Bahnhof fährt, um dort auf dem P & R-Platz zu parken, hat meist noch früher ein Problem. Dann nämlich, wenn auf dem Areal kein freier Parkplatz mehr zu finden ist. Auf dem größten P & R-Platz im Landkreis gibt es fast 1000 Stellplätze, aber wer nach 8 Uhr kommt, sucht meist vergeblich. In der Stadt ist die Situation seit Langem bekannt. Schon 2014 hieß es aus dem Rathaus, dass mit einem Parkhaus oder Parkdeck die Kapazität erweitert werden solle, das stehe ausdrücklich im Stadtentwicklungsprogramm. Passiert ist bislang aber nichts. Auch das im gleichen Jahr vom MVV in Freising als Teil eines Bundespilotprojekts getestete Informationssystem per Videotechnik wurde noch nicht eingeführt. Das System erfasst die Zahl der Fahrzeuge auf dem Platz. Über das Internet, eventuell sogar per Navi, können die Fahrgäste dann abfragen, ob noch Parkplätze frei sind.

"Wir kennen das Problem, aber es ist komplex", sagt Stadtbaumeisterin Barbara Schelle dazu. Denn die betroffenen Flächen gehören der Bundesbahn, die Stadt habe diese nur gepachtet - und der Pachtvertrag laufe nun aus. Gespräche seien am Laufen, versichert Schelle, aber: "Das macht die Planungen für uns noch einmal schwieriger." Geplant aber sei einiges, um die Situation auf dem P & R-Platz zu verbessern: Ein Strukturkonzept werde erarbeitet, auch neue Parkdecks für etwa 1000 Fahrzeuge sind darin enthalten. Wann genau diese entstehen, kann Schelle aber nicht sagen. Auch das digitale Monitoring sei nicht in der Schublade verschwunden. Der Test durch den MVV sei abgeschlossen. Die Stadt versuche nun, die bestehende Anlage zu übernehmen. "Abstimmungen laufen", sagt Schelle. Problem hier sei der Datenschutz. Eine Realisierung ist also ungewiss.

Was man aber bereits getan hat, war die Parkzeit auf maximal 24 Stunden zu beschränken. Es werde vermehrt kontrolliert und verwarnt. Früher nämlich hätten viele Flugreisende ihre Autos teilweise sogar über Wochen auf dem Platz abgestellt, das gebe es nun kaum mehr. Viele - etwa 15 Prozent - der Parker kämen allerdings aus Lerchenfeld, weitere zehn Prozent nutzen den Parkplatz nicht, um mit dem MVV weiterzufahren, sondern um in die Innenstadt beziehungsweise zur TU oder Hochschule zu gehen. "Da stellt sich zumindest bei den Lerchenfeldern die Frage, ob sie nicht auch das Fahrrad oder den Bus nutzen könnten, um zum Bahnhof zu kommen, sagt Schelle. Zwingen könne man allerdings niemanden, nur appellieren. Mit einem Parkraummanagement will die Stadt nun aber regulierend eingreifen. Im Gespräch sind neben Parkausweisen auch, die Nutzung gebührenpflichtig zu gestalten. "Das läuft gerade in der zuständigen Verkehrsordnungsbehörde."

Langfristig gesehen aber müsste das Busfahren attraktiver werden, sagt die Stadtbaumeisterin. Dazu aber müsste die Fahrtzeit von der Innenstadt nach Lerchenfeld optimiert werden, derzeit dauere es sehr lange, denn die Busse müssten die Altstadt umfahren, um danach über die Isarbrücke zum P & R-Platz zu gelangen. Mit einer Bahnunterführung, die aber erst noch gebaut werden müsse, könnte diese Strecke deutlich verkürzt werden, so Schelle. "Auch da sind wir am Planen." Selbst wenn man momentan noch keine Ergebnisse sehe: "Im Hintergrund wird gearbeitet." Mit dem Ziel, dass die quälende Parkplatzsuche nicht mehr notwendig ist.

Im Nahverkehrsplan des Landkreises Freising, der derzeit überarbeitet wird, sind auch die P & R-Plätze ein Thema. Bei dem in Freising sei die Nachfrage deutlich größer als das Angebot, berichtet Robert Stangl, Sprecher des Landratamts. 960 Plätze gebe es dort, durchschnittlich werden aber täglich etwa 1200 Fahrzeuge abgestellt. "Ein Ausbau ist also durchaus gerechtfertigt", sagt der Pressesprecher. Allerdings müssten dann neue Zu- und Abfahrtstraßen geschaffen werden, derzeit gebe es nur eine einzige Straße, die zu dem P & R-Platz führt.