Panischer Heimatabend Hoagart mit syrischem Chor im Freisinger Furtnerbräu

Thomas Goerge inszeniert einen "Panischen Heimatabend"

SZ-Tassilopreisträger Thomas Goerge meldet sich mit einem neuen, ungewöhnlichen Projekt in Freising zurück. Er inszeniert einen "Panischen Heimatabend" am Samstag, 17., und Sonntag, 18. November, um 19.30 Uhr im Freisinger Furtnerbräu. Unterstützt wird das Projekt auch mit einem Zuschuss aus dem städtischen Kulturfonds, das hat der Kulturausschuss in seiner Sitzung am Dienstag so beschlossen. Der Abend folgt der traditionellen Form des bayrischen Hoagart und setzt sich mit einer Collage aus Musik und albtraumhaften Texten von Kafka bis Thoma, von Heine bis Poe, von Händel über Schubert bis zu bayrischen Volksliedern mit aktuellen, gesellschaftlichen Verhältnissen auseinander.

Mitwirkende sind wieder der bekannte Schauspieler Michael Grimm, die Sängerin Gabriele Goerge, jugendliche Migranten, der Syrische Friedenschor und andere Akteure. Veranstaltet wird der Abend von Goerges Verein "Udei" in Kooperation mit der Clearingstelle für unbegleitete minderjährige Geflüchtete "Haus Chevalier"/Jugendwerk Birkeneck und dem Syrischen Friedenschor. Grimm war auch an der Sigfried-Inszenierung von Goerge am Hallbergmooser Kultursommer beteiligt, bei der die jungen Ringer des SV Hallbergmoos, Jugendliche aus dem Haus Chevalier, Flüchtlinge und Menschen mit Behinderung gemeinsam auf der Bühne standen. Dafür war Goerge mit dem Tassilo-Preis der SZ ausgezeichnet worden.

Der Syrische Friedenschor, der von Ahmad Abbas gegründet wurde, besteht aus einer Gruppe junger in München lebender Syrer. Einige der jungen Syrer sangen bei Mozartopernproduktionen, im Bayerischen Landtag und beim Bürgerfest des Bundespräsidenten Joachim Gauck. Die ZDF-Sendung "Die Anstalt" gewann für den Auftritt unter Beteiligung von Mitgliedern des Chors den Grimme-Preis und den Amnesty-Menschenrechtspreis 2015.

Ihre Vision ist es, für Frieden in ihrem Land zu singen. Sie singen arabische und deutsche Lieder, auch die Europahymne. Es ist den jungen Syrern ein großes Anliegen, durch Musik ihre Erfahrungsberichte auf die Bühne zu bringen und zu vermitteln, was sie berührt und bewegt.