Omikron-Welle im Landkreis FreisingDie Entwicklung ist dynamisch

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Trotz anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen im Landkreis ist die Einsatzbereitschaft von Feuerwehr, Polizei und THW nicht gefährdet. Probleme gibt es aufgrund vieler Quarantäne-Fälle jedoch im Bereich der Kitas - und auch im Freisinger Klinikum wird es personell langsam eng

Von Klara Mayer

Freising - Mit der steigenden Inzidenz müssen sich immer mehr Bewohner im Landkreis Freising in Quarantäne begeben. Darunter auch Personal der "kritischen Infrastruktur". Probleme gibt es derzeit vor allem im Bereich der Kindertagesstätten. Derzeit befinden sich im Landkreis Freising insgesamt 5638 Menschen (Quelle: RKI; Stand: 9. Februar 2022), die positiv getestet wurden, in Quarantäne. Allein in der Stadt Freising sind 1704 Menschen betroffen. Deren Kontaktpersonen sind da noch nicht eingerechnet.

"Die Corona-Situation ist aktuell auch in den Freisinger Kindertagesstätten dynamisch, Zahlen sind deshalb nur Momentaufnahmen", sagt Pressesprecherin Christl Steinhart. Die Stadt ist Trägerin von 15 kommunalen Kindertageseinrichtungen mit insgesamt 1050 Kindern, um die sich 190 pädagogische Fachkräfte kümmern. "In den vergangenen beiden Wochen waren 15 Kita- Gruppen beziehungsweise insgesamt rund 190 Kinder sowie gut zwei Dutzend Beschäftigte von Quarantänemaßnahmen betroffen," so Steinhart weiter.

Das hohe Infektionsgeschehen führe dazu, dass in einzelnen Einrichtungen nur ein Notbetrieb angeboten werden könne. Sobald jemand erkrankt, erfolge eine Gefährdungsbeurteilung. Nach aktuellen Vorgaben sei eine Kita-Gruppe zu schließen, wenn 20 Prozent der Kinder erkrankt sind. Anfang dieser Woche sei dies in einer Gruppe der Fall gewesen, sie müsse mindestens fünf Tage pausieren. Trotz der angespannten Situation und vieler positiver Testergebnisse "entsteht vor Ort so gut wie kein Diskussionsbedarf - Eltern und Personal arbeiten engagiert zusammen," sagt Christl Steinhart.

Auch im Klinikum Freising werde es zurzeit "personell recht eng überall", schildert Sascha Alexander, Pressesprecher des Klinikums. Es gebe kaum noch Kapazitäten, was die Zahl der Betroffenen angehe, aber auch weil viele Pfleger und Pflegerinnen unter hohem Druck stünden, berichtet Alexander weiter. Wie viele genau sich in Quarantäne befinden, kann er nicht sagen, weil sich die Zahlen täglich ändern. Auffällig aber sei, dass Mitarbeitende nicht nur Quarantäne-bedingt zu Hause bleiben müssten, sondern auch, um ihre kranken Kinder zu betreuen. So müsse die Bettenanzahl stets dem verfügbaren Personal angepasst werden. Am Mittwoch befanden sich auch 26 Corona-positive Patienten auf der Isolierstation, davon drei auf der Intensivstation, die nicht geimpft seien und beatmet werden müssten, sagt Alexander.

In Bayern sind "Contact Tracing Teams" an den Gesundheitsämtern tätig, um Infektionsketten und Kontaktpersonen zu ermitteln. Das zuständige Team im Gesundheitsamt in Freising ist derzeit wie viele andere angesichts der hohen Fallzahlen überlastet. Nach Auskunft von Robert Stangl, dem Pressesprecher des Landratsamts, ist eine Analyse zum Stand der infizierten Lehrer und Schüler im Landkreis nicht möglich.

Im Landratsamt Freising werden die Besprechungen weiterhin online durchgeführt, um den Arbeitsrhythmus aufrechtzuerhalten. Des weiteren stellt das Landratsamt auf der Website Informationen für positiv Getestete und Kontaktpersonen im Internet zu Verfügung. So wüssten die Leute, was sie beachten und wie sie sich verhalten müssen, erläutert der Pressesprecher des Landratsamtes. Dadurch solle das zuständige Gesundheitsamt entlastet werden.

In den Freisinger Stadtwerken ist die Situation derzeit entspannt. "Die Maßnahmen fruchten", sagt Dominik Schwegler, einer der beiden Geschäftsführer. Seit zwei Jahren sei der Betrieb auf den Arbeitsalltag mit der Pandemie eingestellt und wenn nötig, werde das Hygiene-Konzept nachgeschärft, fügt er hinzu. Die Krankheitsfälle beim Personal lägen zurzeit im einstelligem Bereich. Die meisten hätten sich in der Familie oder im Freundeskreis infiziert. Schwegler ist zum jetzigen Zeitpunkt mit der Personalsituation zufrieden, die Versorgung der Stadt sei nicht gefährdet.

Auch in der Freisinger Polizei gibt es keine Engpässe. "Der Dienstbetrieb ist gesichert und kann aufrecht erhalten wer- den", sagt Polizeihauptkommissar Dieter Lerchl. Ähnlich sieht es bei der Freiwilligen Feuerwehr in Freising aus. "Momentan gibt es wie üblich vereinzelte Krankheitsausfälle, die aber nicht zu einer Beeinträchtigung unserer Einsatzbereitschaft führt, die somit sichergestellt ist", sagt Pressesprecher Florian Wöhrl.

Auch beim Technischen Hilfswerk in Freising werden alle Sicherheitsmaßnahmen beachtet. Bei allen Einsätzen und auch intern wird eine Maske getragen. "Wir haben in voller Mann- und Frau-Stärke", es gibt keine Anzeichen, dass es Ausfälle gibt", erklärt Michael Wüst, der Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerks. Im Ortsverband sind 98 Prozent geimpft, viele sogar drei Mal. "Wer sich nicht gut fühlt, bleibt von sich aus zuhause, auch wer sich nur leicht erkältet fühlt. Das klappt eigentlich ganz gut", sagt Wüst. Falls es doch zu einem Notstand unter den Mitarbeitern kommt, kann ein umliegender Ortsverband eines Landkreises aushelfen.

© SZ vom 10.02.2022 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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