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Oktoberfest:"Gute Planung ist der halbe Einsatz"

In Holland habe man auch gesehen, dass nur jemand grundlos "Bombe" rufen müsse, sagt Blume-Beyerle und verweist auf den Zwischenfall in Amsterdam beim Königinnentag. Für den Fall der Fälle sei es deshalb wichtig, Rettungswege freizuhalten, in den Zelten Durchsagen zu machen und draußen Platz zu schaffen.

"Bei Großveranstaltungen gibt es nie eine hundertprozentige Sicherheit", sagt Polizei-Vizepräsident Robert Kopp. Allerdings könne die Münchner Polizei auf ein immenses Erfahrungspotential zurückgreifen: "Eine gute Planung ist der halbe Einsatz." In Absprache mit Feuerwehr und KVR werden Rettungswege abgeklärt, Sammelplätze organisiert. Beim Faschingstreiben am Viktualienmarkt 2008 etwa habe die Polizei das Gelände irgendwann für Besucher geschlossen. Kopp: "Da haben wir uns unbeliebt gemacht, aber Sicherheit geht vor."

"Menschen in Angst reagieren nicht rational"

Auf dem Oktoberfest könne die Polizei bei Massenandrang kurzfristig U- oder S-Bahnstationen schließen oder durch Rundfunkmeldungen die Besucherströme umleiten. Die Sperrung des Bavariarings sei auch dazu gedacht, um im Ernstfall Platz zu gewinnen und besser agieren zu können. Sollte wirklich eine Massenpanik ausbrechen, werde es auch für die Polizei schwer, sagt Kopp. "Weil Menschen in Angst nicht rational reagieren."

Für die Jubiläumswiesn gilt ohnehin das strengste Sicherheitskonzept, das es je für das Oktoberfest gab. Drei Sperrringe machen das Festgelände zur Hochsicherheitszone; die im vergangenen Jahr nach einer Terrordrohung provisorisch aufgestellten Müllfahrzeuge werden durch 52 je zwei Meter hohe Beton-Litfasssäulen ersetzt, wie Blume-Beyerle am Montag erklärte. Sie sollen ein Szenario verhindern, nach dem Attentäter versuchen könnten, mit Sprengstoff beladene Laster auf die Theresienwiese zu fahren.

Für Besucher gibt es Zugangskontrollen, die Wirte müssen ihre Bedienungen anmelden, die Lieferanten bekommen Ausweise. Auch der Verkehr muss wie 2009 einen Bogen um die Wiesn machen, einige Sperrungen gelten selbst für Taxis und Busse. Bavariaring und Theresienhöhe sind für Autos tabu, Zufahrtsstraßen dürfen nur von Anwohnern genutzt werden. Das Sicherheitskonzept, das jedes Jahr weiterentwickelt wird, beschäftigt am Mittwoch den Stadtrat.

© SZ vom 27.07.2010
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