Oktoberfest "Es gibt nie eine hundertprozentige Sicherheit"

Nach der Tragödie bei der Loveparade geben sich Polizei und KVR zuversichtlich: Die Jubiläumswiesn ist sicher. Panikreaktionen könne man jedoch nie völlig ausschließen.

Von S. Lode u. S. Wimmer

Die Angst vor möglichen Terroranschlägen - sie war in den vergangenen Jahren immer ein wichtiges Thema im Vorfeld des Oktoberfests. Die Tragödie bei der Loveparade in Duisburg mit 19 Toten und vielen Verletzten hat die Perspektive der Sicherheitsbehörden nun deutlich verändert - auch wenn die verantwortlichen Planer bei der Stadt ein ähnliches Szenario wie bei der Loveparade für unwahrscheinlich halten.

Die Stadt hat Erfahrung mit der Ausrichtung von Großveranstaltungen wie der Wiesn - jedes Jahr wird das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest neu überarbeitet. Am Mittwoch diskutiert der Stadtrat darüber.

(Foto: ag.dpa)

"Es ist immer denkbar, dass es bei Großveranstaltungen - aus welchen Gründen auch immer - zu einer Panik kommt", sagte Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle am Montag. Doch insgesamt hält er die Situation in München nicht für vergleichbar mit Duisburg. Dort habe man weder viel Erfahrung mit einmaligen Events noch mit regelmäßigen Großveranstaltungen. "Wir arbeiten dagegen seit mehr als zehn Jahren an einem Sicherheitskonzept", betont Blume-Beyerle und verweist auf gut organisierte Ereignisse wie die Fußball-WM, den Papstbesuch oder das Streetlife-Festival.

Kein Nadelöhr, aber "enge Stellen"

Doch auch auf der Wiesn gibt es kritische Punkte. Zwar ist die Fläche sehr groß und die Theresienwiese nach allen Seiten hin offen, doch dafür wird jeder Quadratmeter des Festgeländes genutzt.

Eine echtes Nadelöhr gibt es also nicht, "enge Stellen" aber sehr wohl, wie Blume-Beyerle einräumt: "Wir sehen zum Beispiel die Situation zwischen den Zelten sehr kritisch." Vor allem an schönen Freitagen und Samstagen wird es eng, zwischen 350.000 und 400.000 Besucher sind an einem guten Tag gleichzeitig auf der Theresienwiese.

Der für Sicherheit zuständige Referent ist der Ansicht, dass man das Szenario einer Massenpanik nicht am Schreibtisch durchspielen könne, aber wie man ein Zelt möglichst schnell räumen kann, stehe "immer im Fokus". Das Problem sei, dass unterschiedliche Anlässe Panik auslösen können. Massenschlägereien etwa.

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