Ökologische Alternative Schön umweltfreundlich

Sylvia Manhart vertreibt Heftumschläge aus Recyclingkarton

Von Vera Felsenstein, Freising

Dem einen oder anderen sind sie vielleicht schon im Schaufenster des Schreibwarengeschäfts Wölfle aufgefallen: Seit diesem September bietet der Laden ökologische Heftumschläge aus Recyclingkarton an, die eine Alternative zu den üblichen Plastikumschlägen darstellen sollen. Dahinter steckt die Freisingerin Sylvia Manhart, die bereits seit längerer Zeit gemeinsam mit ihrer Familie darauf achtet, ihren Plastikkonsum im Alltag so gut es geht einzuschränken.

Der Mutter von drei kleinen Kindern, von denen zwei schulpflichtig sind, waren die Plastikumschläge in den Schulranzen ihrer Kinder schon länger ein Dorn im Auge. Nicht nur, dass die Heftschoner nach ein paar Monaten zunehmend unansehnlicher wurden, auch der alljährlich entstehende Plastikmüll störte sie sehr: "Etwa 80 Millionen dieser Umschläge landen jedes Jahr im Müll." Da sie auf der Suche nach einer sowohl schöneren als auch umweltschonenderen Alternative nicht so recht fündig wurde, beschloss sie im Oktober letzten Jahres, neben ihrem Beruf als Deutschlehrerin für Flüchtlinge das Start-up-Unternehmen "minouki" zu gründen. Mit ihrem Abschluss in Internationalem Marketing gelang es ihr bald, erste Prototypen in einer regionalen Druckerei in Auftrag zu geben. "Die Erstdrucke haben wir dann gleich unserer ältesten Tochter zum Test mitgegeben - und sie haben es gut überstanden", erzählt sie. Nach sechs Monaten im Schulranzen sahen die Ökoheftschoner im Vergleich zu den Plastikschonern etwa gleich abgenutzt aus, wenn nicht sogar etwas weniger. Das Material besteht zu 100 Prozent aus robustem Recyclingkarton, der mit dem strengen Umweltsiegel "blauer Engel" zertifiziert ist. So wie auch der Kleber, die Farben und die Beschichtung. Neben der "Anti-Plastik-Botschaft" sollen die Umschläge auch ein Statement gegen Frischfaserpapier sein: "Es müssten schon lange keine Bäume mehr für die Papierherstellung sterben." Die Heftumschläge aus schonend aufbereitetem Altpapier gibt es in acht bunten Mustern. Es gibt sie im Internet auf der Homepage www.minouki.de und bei Wölfle zum Stückpreis von 2,40 Euro. Den hohen Preis begründet Sylvia Manhart damit, dass das regionale Start-up-Unternehmen die Umschläge noch in sehr niedriger Stückzahl in Manufaktur herstellt. Sollte das Interesse anhalten oder noch wachsen, soll die Produktion erst richtig anlaufen. Dadurch könnte auch der Preis drastisch sinken. Momentan wird ein endgültiger Preis von unter 1,50 Euro für die großen und unter einem Euro für die kleinen Heftschoner angepeilt.

Das Interesse sei durchaus da gewesen, meint Eberhard Schnell, Geschäftsführer von Schreibwaren Wölfle, sein einziger Kritikpunkt sei eben der Preis. Trotzdem wird das Geschäft das Nischenprodukt wohl auch im kommenden Jahr wieder im Sortiment haben, vor allem um die Freisingerin zu unterstützen und um der lokal hergestellten ökologische Alternative eine Chance zu geben.