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Öffentliche Auslegung der Entwürfe in Moosburg:Saatzuchtbetrieb darf größer werden

Stadtrat billigt Ausbaupläne und will den Ortsteil Feldkirchen in ein Dorfgebiet umwidmen

Von Alexander Kappen, Moosburg

Bereits im April 2019 hatte der Moosburger Stadtrat einstimmig beschlossen, einen Bebauungsplan für den Ortsteil Feldkirchen aufzustellen. Hintergrund ist, dass der alt eingesessene Saatzuchtbetrieb Schweiger inzwischen räumlich an seine Grenzen gestoßen ist und sich vergrößern will. Jetzt wurde die aktuelle Planung im Stadtrat vorgestellt und von diesem für gut befunden. Die Entwürfe werden nun öffentlich ausgelegt und die Behördenbeteiligung eingeleitet. Das Moosburger Traditionsunternehmen ist im Bestreben, seinen Standort zukunftssicher zu machen, einen Schritt weiter.

Die Geschichte des Betriebs, der heute unter dem Namen "Schweiger Feldkirchen" firmiert, reicht bis ins Jahr 1652 zurück. Über Generationen habe man sich viel "Fachwissen und zusätzliche Qualifikationen angeeignet - uns sogar in immer neue Geschäftsfelder gewagt", heißt es im Firmenprofil. Anfang der 2000er Jahre habe man begonnen, sich mit der Einlagerung, Reinigung und Abfüllung als Lohndienstleister einen Namen zu machen. Neben konventionellem habe man mittlerweile auch Biosaatgut im Angebot, erläuterte Christian Schweiger als Vertreter des Antragstellers am Montag im Stadtrat. Man verzeichne in diesem Bereich "Zuwachsraten von über 50 Prozent". Unter anderem vertreibe man "Bio-Soja-Saatgut, das zu Biotofu verarbeitet wird". Man brauche nun eine neue Auslieferungshalle, so Schweiger. Teile des Geländes sollen vermietet werden. Der Plan sieht zudem Erweiterungsflächen für den Betrieb vor. Nach dem Stadtratsbeschluss im April vergangenen Jahres habe das Unternehmen sich eine Planerin gesucht, das Betriebskonzept überdacht und Gespräche mit Moosburgs Bauamtsleiter Herbert Held sowie dem Landratsamt geführt, so Schweiger. In der Folge wurden die Gebäude neu angeordnet. In der Planung enthalten sei "ein zweiter Bauabschnitt, der vielleicht in fünf Jahren verwirklicht werden soll", erläuterte Planerin Belinda Reiser.

Durch den Bebauungsplan, für den der Antragsteller sämtliche Kosten zu tragen hat, soll der derzeit im Flächennutzungsplan noch als so genannter "unverbauter Außenbereich" verzeichnete Ortsteil Feldkirchen in ein Dorfgebiet umgewandelt werden. Zulässig sind dort laut Entwurf Wirtschaftsstellen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und die dazugehörigen Wohnungen und Wohngebäude. Ebenso "Kleinsiedlungen einschließlich Wohngebäude mit entsprechenden Nutzgärten und landwirtschaftliche Nebenerwerbsstellen" sowie "sonstige Wohngebäude". Auch Gartenbaubetriebe und Betriebstankstellen für den Eigenverbrauch sind erlaubt. Und natürlich "Betriebe zur Be- und Verarbeitung und Sammlung forst- und landwirtschaftlicher Erzeugnisse", wie der des Antragstellers einer ist.

Alfred Wagner (Grüne) fragte, ob die zulässige Gebäudehöhe von gut 17 Metern die Ansicht der Kirche beeinträchtigen könnte. Die sei deutlich höher und stehe auf einer leichten Anhöhe, konnte man ihn beruhigen. Das Ortsbild müsse gewahrt werden, aber es sei richtig, ein Moosburger Innovationsunternehmen an diesem Standort zu fördern, war man sich einig.

© SZ vom 10.07.2020

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