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Noch ein Lockdown in Allershausen:Geschäftsleute ärgern sich

Sperre der Ortsdurchfahrt und der Anschlussstelle der Autobahn in Allershausen führt wohl zu Umsatzeinbußen

Von Petra Schnirch, Allershausen

Vor allem bei Geschäftsleuten in Allershausen hat die Ankündigung, dass die Ortsdurchfahrt und die Autobahnanschlussstelle in den Sommerferien sechs Wochen lang komplett gesperrt werden, für Ärger gesorgt. Nach dem Corona-Lockdown fürchten gerade Hoteliers und Gastronomen weitere drastische Umsatzeinbußen. Auch dem Bürgermeister gegenüber haben sie ihrem Unmut Luft gemacht. Martin Vaas (PFW) stellte in der Gemeinderatssitzung am Dienstag klar, dass die Gemeinde auf die Baumaßnahmen keinen Einfluss habe. Auf Facebook habe sich die Diskussion verselbständigt.

"Es passt mir auch nicht", dass die Ein- und Ausfahrten gesperrt würden, sagte Vaas. Es sei aber nicht fair, dafür die Gemeinde verantwortlich zu machen, denn dies sei Sache des Staatlichen Bauamts. Im Zuge des Brückenneubaus über der Autobahn lässt die Behörde ein Teilstück der Staatsstraße vom Kreisverkehr bis zur Einmündung Mozartstraße sanieren.

Die Anschlussstelle soll am Freitag, 24. Juli, gegen 20 Uhr gesperrt werden, die Staatsstraße dann gegen 23 Uhr. Dies gilt voraussichtlich bis Montag, 7. September. In diesem Zeitraum sollen auch die neue Brücke und die Einfädelspur auf die A 9 in Fahrtrichtung München fertiggestellt werden.

Christian Huber, SPD-Gemeinderat und Hotelier, glaubt, dass sich eine Vollsperrung hätte vermeiden lassen, wenn man davon frühzeitig erfahren hätte. Er wisse dies erst seit dem Wochenende. Huber befürchtet einen Preisverfall und weitere Stornierungen. Vaas erwiderte, dass eine Sperrung bereits im vergangenen Jahr Thema im Gemeinderat gewesen sei.

Zweiter Bürgermeister Manuel Mück (CSU) - seine Familie betreibt an der Ortsdurchfahrt eine Tankstelle - bat darum, die unmittelbar betroffenen Anwohner und Geschäftsleute möglichst rasch zu informieren. Außerdem schlug er vor, auf einer Bautafel die Baufortschritte zu dokumentieren.

Ende September sollen die Bauarbeiten an Brücke und Anschlussstelle komplett abgeschlossen sein. Eine Vollsperrung ist laut Mitteilung der Autobahndirektion Südbayern "leider technisch unumgänglich". Sie sei bewusst in die bayerischen Sommerferien gelegt worden, da "hier mit einem geringeren Verkehrsaufkommen zu rechnen ist". Verwunderung lösten bei einigen Gemeinderäten die weiträumigen Umleitungen aus.

© SZ vom 25.06.2020

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