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Neufahrner Neubaugebiet:Etwas weniger Grün im neuen Baugebiet

Westlich an die Friedhofserweiterung angrenzend entstehen neue Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser. Sie werden vom künftigen Friedhof durch eine Mauer und die Trentiner Straße getrennt, die vom "Feuerwehr-Kreisel" bis zur Gardolostraße verlängert wird.

(Foto: Marco Einfeldt)

Neben dem Neufahrner Friedhof entstehen weitere Häuser, Josef Eschlwech beklagt eine "gewisse Monotonie"

Bevor es an die Erweiterung des Neufahrner Friedhofs nach Nordosten hin geht, entstehen daneben, angrenzend an die bestehende Bebauung, ein paar Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser. Der Boden ist schon abgeschoben, jüngst beschäftigte sich der Neufahrner Gemeinderat noch mit einigen Änderungen im Bebauungsplan "Wohngebiet zwischen Trentiner Straße und Robert-Koch-Straße".

"Marginale Optimierungen" seien das, erklärte Bauamtsleiter Michael Schöfer dem Gemeinderat, meist Neuanordnungen von Bauräumen, Garagen und Stellplätzen auf Wunsch der Grundstückseigentümer. Auch verlangt die Gemeinde nur noch zwei Stellplätze pro Wohngebäude, anstatt der in der entsprechenden Verordnung eigentlich vorgesehenen drei. Dazu wird die im Neubaugebiet geplante Straße etwas verlegt, zu Lasten einer Grünfläche, die sich an die künftige Friedhofsmauer anschließen wird. Frank Bandle von den Grünen wunderte sich, warum jetzt plötzlich auf die Begrünung von Flachdächern verzichtet werden solle. Schöfer stellte klar, dass das nur für kleine Gebäude wie Müllhäuschen gelte, nicht aber für Flachdächer von Carports oder Garagen, die weiter begrünt werden müssen.

"Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich das nicht kontrollieren lässt", sagte er zu den kleinen Flachdächern, deshalb brauche man deren Begrünung in einem Bebauungsplan gar nicht erst zu verankern. Frank Bandle fand die Argumentation trotzdem seltsam: "Ihr müsst das nicht machen, weil es kontrolliert sowieso niemand." Mit Bequemlichkeit vonseiten der Verwaltung, betonte Schöfer, habe diese Einstellung jedenfalls nichts zu tun, "es ist nur eine Abwägung, ob man gegen einen Widerspruch vorgehen will."

Josef Eschlwech von den Freien Wählern übte generelle Kritik an der Bauästhetik der Neubau-Viertel jüngeren Datums in Neufahrn: "Mir fällt schon lange auf, dass sich eine gewisse Monotonie in unserer Ortschaft ausbreitet, speziell im Süden". Er wünschte sich mehr Individualität. "Ich habe das Gefühl, wir gängeln mit unseren Bebauungsplänen Bauanträge und Bauherren." Auch hier konterte der Bauamtsleiter: "Es ist nicht der Bebauungsplan, der die Einheitlichkeit vorgibt, sondern es ist die Umsetzungsstruktur. Wenn ein Bauträger auf einem Grundstück plant, kann Einheitlichkeit oder auch Monotonie die Folge sein, das hat mit dem Bebauungsplan aber nicht wirklich etwas zu tun."

Burghard Rübenthal von der CSU wunderte sich, dass die Carports in dem Neubaugebiet nun nicht mehr überdacht werden dürfen. Für viele Hausbesitzer sei das wichtig. "Warum", fragte Rübenthal, "stellt man so was nicht einfach frei? Warum schließen wir so was immer gleich aus?" Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne) betonte, "die Wünsche der Bauherren sind der Hintergrund der Änderungen".

Letztendlich aber konnte die überwiegende Mehrheit des Gremiums gut mit den Änderungen im Bebauungsplan für das neue kleine Wohngebiet am neuen Friedhof leben. Die Zustimmung zur Änderung erging mit nur zwei Gegenstimmen. Als nächster Verfahrensschritt folgt die Beteiligung der Öffentlichkeit.

© SZ vom 02.06.2020

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