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Neufahrner Heimat- und Geschichtsverein:Alles unter Vorbehalt

Alles beim Alten im Heimat- und Geschichtsverein (v.l.): 2. Vorsitzender Stephan Mokry, Schriftführerin Erika Hinterberger und Vorsitzender Ernest Lang.

(Foto: Marco Einfeldt)

Corona beeinträchtigt die Planungen des Heimat- und Geschichtsvereins, die Sanierung des alten Mesnerhauses liegt auf Eis

Demnächst gehen die Gemeinderäte wie jeden Herbst in Klausur, und dann wird auch über das weitere Vorgehen bei zwischenzeitlich gestoppten Projekten diskutiert. Nach den Corona-bedingten finanziellen Einbrüchen war bei mehreren Vorhaben die Notbremse gezogen worden - etwa bei den altersgerechten Wohnungen, der Erweiterung der Jahnhalle, beim Hortausbau - und auch bei der Sanierung des alten Mesnerhauses, für die sich der Heimat- und Geschichtsverein seit Jahren einsetzt. Die nötigen Genehmigungen für die Arbeiten lagen bereits vor, als das Vorhaben gestoppt wurde. Es sei aber nicht komplett in Frage gestellt worden, versicherte Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne) in der Jahreshauptversammlung des Vereins. Es sei nur um eine Unterbrechung wegen der finanziellen Unsicherheiten gegangen. Einstweilen würden "substanzerhaltende Maßnahmen" durchgeführt, etwa die Beseitigung von Holzverkleidungen und Putz. Damit soll weiterer Schimmelbefall verhindert werden.

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt unterdessen auch das Vereinsleben nachhaltig. Große Veranstaltungen, etwa zum Kriegsende in Neufahrn, wurden ebenso abgesagt wie Ausflüge zum Beispiel zur Landesausstellung in Aichach und Friedberg. Anderes wurde zumindest verschoben. "Die Gesundheit geht vor", betonte Vorsitzender Ernest Lang. Auch Mitglieder seien an Corona erkrankt, einige sehr schwer, "das Ganze ist kein Spaß".

Unter Vorbehalt stehen deshalb auch die nächsten geplanten Aktivitäten. So soll im Herbst eine Führung in der Alten Kirche stattfinden. Außerdem will der Heimatverein mit einer Veranstaltung an die Gründung der Bürgerinitiative gegen den Flughafen vor 50 Jahren erinnern. Neufahrn sei eine "Keimzelle" für eine Vielzahl weiterer Bürgerinitiativen gewesen, stellte Lang fest. "Wenn es geht", wird es wieder ein Adventsmusizieren geben - allerdings nur mit Voranmeldung und reduzierter Besucherzahl. Zwar bedeutet das auch weniger Spendeneinnahmen für einen guten Zweck. Aber man wolle im Advent "ein Zeichen setzen, dass wir noch da sind", erklärte der Vorsitzende. In jedem Fall aufgebaut wird der Krippenweg.

Darüber hinaus gäbe es durchaus Ideen im Vorstand, betonte Lang: "Aber wir trauen uns nicht, etwas zu terminieren". Bei den Wahlen wurde der Vorsitzende ebenso bestätigt wie Stellvertreter Stephan Mokry und Schriftführerin Erika Hinterberger. Um die Kasse des Vereins mit seinen 120 Mitgliedern kümmert sich künftig Marianne Rudzki. Beisitzer bleiben Renate Singer, Harald Printz und Markus Funke.

© SZ vom 25.09.2020 / bg

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