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Neufahrner Gewerbegebiert :Hotel-Projekt vor dem Aus

Corona-Krise belastet Unternehmer Ali Alkan

Zuletzt war es immer ruhiger um das Projekt geworden, jetzt steht es vor dem Aus: Der Unternehmer Ali Alkan wird doch kein Hotel im Gewerbegebiet am Römerweg bauen. Der Inhaber der Döner-Kette "Oliva", die unter anderem am Kurt-Kittel-Ring in Neufahrn und am Flughafen München Filialen betreibt, hat wegen der Corona-Pandemie große Verluste hinnehmen müssen. Ein Neubau dieser Größenordnung lasse sich gerade einfach nicht finanzieren. "Für mich ist das gestorben", sagt Alkan. Demnächst werde er das Grundstück verkaufen.

Dabei stand sein Traum von einem eigenen Hotel kurz davor, Wirklichkeit zu werden. Jahrelange Planungen waren abgeschlossen und baurechtliche Hürden überwunden. "Es war alles geklärt", sagt Alkan. Der Weg schien somit frei für ein 240-Betten-Hotel mit Veranstaltungssaal, Wellness- und Fitness-Bereich, Döner-Drive-in und großem Parkhaus. Die Lebensmittelproduktion für "Oliva" war in dem Komplex entgegen einem früheren Konzept nicht mehr vorgesehen, dafür aber eine Cocktailbar für Hausgäste. In dem Saal sollten Kongresse, Familienfeiern und zum Beispiel auch große Hochzeiten stattfinden.

Im Juni oder Juli sollte Spatenstich sein, erzählt Ali Alkan. Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie war davon bald keine Rede mehr. Dem Gastronom erging es wie so vielen Kollegen: Die Einnahmen in seinen 14 "Oliva"-Filialen brachen weg, viele Ausgaben blieben aber, und das "To go"-Geschäft kann die Verluste nicht annähernd auffangen. Seit 32 Jahren sei er selbständig, sagt Ali Alkan, Corona habe ihn als Unternehmer "fast zehn Jahre zurückgeworfen". Der Hotelbau sei jetzt "unmöglich". Die letzte Hoffnung des Mintrachingers: Es findet sich jemand anders, der das Projekt realisiert, er selbst könnte dann zumindest als Betreiber mitmachen. Vorerst sind das freilich eher Gedankenspiele als eine realistische Option.

© SZ vom 28.11.2020 / bg
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