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Neufahrner Gemeinderat:Zügige Sanierung gefordert

Denkmalschützer befürchten Schimmelbefall im Mesnerhaus

Die Komplettsanierung des Mesnerhauses ist wegen der finanziellen Einbrüche erst einmal verschoben worden, aber jetzt kommt eine deutliche Warnung vom Landesamt für Denkmalpflege: Eine längere Unterbrechung der bereits begonnenen Arbeiten könnte zu einer weiteren Schädigung der Gebäudesubstanz führen. Unter anderem ist von neuem Schimmelbefall die Rede. Deshalb empfehlen die Experten "die zügige Fortsetzung der Gesamtmaßnahme". Ob der Gemeinderat dem folgen will, muss er in seiner Sitzung am Montag, 23. November, um 19 Uhr in der Käthe-Winkelmann-Halle entscheiden.

Das Gebäude gehört zum historischen Ortskern und bildet dort mit der alten Kirche, dem Friedhof und dem ehemaligen Schulhaus (heute JUZ) ein Ensemble, das wieder stärker zur Geltung gebracht werden soll. Ein Sanierungskonzept für das leer stehende Mesnerhaus gibt es bereits. Doch dann brach die Corona-Pandemie aus, und die Gesamtsanierung war in der Folge eines der Vorhaben, bei denen der Gemeinderat erst einmal die Notbremse gezogen hat.

Allerdings wurde zugleich beschlossen, zumindest noch "bestandserhaltende Maßnahmen" auszuführen. So wird das Gebäude derzeit von Schutt befreit, die zuletzt angebrachten Putzschichten werden abgetragen und auch schimmelbelastete Oberflächen an der Decke werden entfernt. Bis Mitte Dezember soll das abgeschlossen sein, und der Schimmel, so die Hoffnung, wird sich erst einmal nicht weiter ausbreiten. Das Landesamt für Denkmalpflege ist da weniger optimistisch. Außerdem könnten Feuchtigkeit und Frost den frei und ungeschützt liegenden historischen Oberflächen in dem ungeheizten Bau zusetzen, geben die Denkmalschützer zu bedenken. Deshalb raten sie, mit der Sanierung weiterzumachen.

Allerdings könnte das wohl ohnehin frühestens im März der Fall sein. Die Ausschreibungen bei denkmalgeschützten Bauvorhaben gelten als sehr komplex. Konkret geht es als Nächstes zum Beispiel darum, die Fundamente statisch auf Vordermann zu bringen und den Anbau für den Aufzug zu erstellen. Anschließend würden Fenster und Außenputz erneuert sowie Hausinstallationen verlegt.

Auf 1,85 Millionen werden die Gesamtkosten derzeit geschätzt. Im Rathaus hofft man auf einen Zuschuss von 50 Prozent aus der Städtebauförderung. Zuerst einmal müsste die Summe freilich in vollem Umfang im Haushalt eingeplant werden. Jetzt muss der Gemeinderat abstimmen. Erst vor kurzem hatte das Gremium den Planungsstopp für die Erweiterung der Jahnhalle vorzeitig wieder aufgehoben. Mit Blick auf die finanzielle Lage war darüber aber kontrovers diskutiert worden, im Fall des alten Mesnerhauses ist wohl Ähnliches zu erwarten.

© SZ vom 21.11.2020 / bg
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