Hohe AuszeichnungNeufahrner Kitzretter gewinnen Deutschen Tierschutzpreis

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Der Neufahrner Verein „Wir retten Rehkitze“ wurde für seinen Einsatz jetzt ausgezeichnet. Das Bilderzeigt die Preisverleihung in Berlin. Zweite von rechts: Vereinsgründerin Martina Zander.
Der Neufahrner Verein „Wir retten Rehkitze“ wurde für seinen Einsatz jetzt ausgezeichnet. Das Bilderzeigt die Preisverleihung in Berlin. Zweite von rechts: Vereinsgründerin Martina Zander. (Foto: Yves Sucksdorff)
  • Der Neufahrner Verein „Wir retten Rehkitze" hat den Deutschen Tierschutzpreis in der Rubrik Publikumspreis 2025 gewonnen.
  • Der Verein rettet mit 150 Helfern und 16 Drohnen jährlich Rehkitze vor dem Tod durch Mähwerke in einem 50-Kilometer-Radius um Neufahrn.
  • Deutschlandweit sterben geschätzt noch immer etwa 100 000 Kitze jährlich durch Mähwerke, da etwa 50 Prozent der Mähflächen nicht abgesucht werden.
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Der Neufahrner Verein „Wir retten Rehkitze“ bewahrt jedes Jahr viele junge Rehe vor einem qualvollen Tod durch Mähwerke. Für seinen Einsatz wurde das ehrenamtliche Team jetzt ausgezeichnet.

Von Gudrun Regelein, Neufahrn

Der Neufahrner Verein „Wir retten Rehkitze“ hat den Deutschen Tierschutzpreis in der Rubrik Publikumspreis 2025 gewonnen. „Wir fühlen uns sehr geehrt, nicht nur, weil dieser Preis die höchste Auszeichnung im deutschen Tierschutz ist. Sondern er ging in diesem Jahr auch das erste Mal an einen Verein, der sich dem Wildtierschutz widmet“, sagt Martina Zander.

Die 59-Jährige gründete im Dezember 2022 den Verein „Wir retten Rehkitze“. Er wurde in diesem Jahr als einziger in Bayern für den Deutschen Tierschutzpreis in der Kategorie Publikumspreis nominiert. Insgesamt gab es etwa 500 Bewerbungen, die Neufahrner Kitzretter schafften den Einzug in die Endrunde der Top-Vier. In der Online-Abstimmung bekamen sie mit Abstand die meisten Stimmen. Bei einer großen Gala in Berlin wurde dem Verein jetzt der „Oscar im Tierschutz“ überreicht.

Inzwischen gehören die Neufahrner Tierschützer zu den am schnellsten wachsenden Rehkitz-Rettungsvereinen in Deutschland. „Wir haben momentan etwa 150 Helfer, etwa 80 engagieren sich aktiv“, berichtet Zander. Diese sind drei Monate im Jahr nach der Setzzeit während der Mahd aktiv: Schon früh am Morgen oder am Abend ist das Team in einem Radius von 50 Kilometern rund um Neufahrn unterwegs. Gefunden werden die jungen Rehe mithilfe von Wärmebild-Drohnen, sie werden dann aus den Wiesen geholt und für kurze Zeit in einen schützenden Korb gelegt. Nach der Mahd wird das junge Reh wieder freigelassen, die Mutter findet es durch Rufen und sucht ein neues Versteck.

Rettung von Rehkitzen als Lebensaufgabe

Aktuell sind 16 Drohnen im Einsatz, acht gehören dem Verein. Die Drohnen seien teuer, zwischen 7500 und 13 000 Euro koste eine. Das Preisgeld sei deshalb mit ein Grund, dass man sich um den mit 3000 Euro dotierten Tierschutzpreis beworben habe, sagt Zander. Vor allem aber geht es ihr darum, mit dem Thema in die Öffentlichkeit zu kommen, denn: „Noch immer sterben deutschlandweit geschätzt jährlich etwa 100 000 Kitze durch Mähwerke.“ Als sie den Verein ins Leben rief, wurden noch etwa 80 Prozent der Mähflächen nicht abgesucht, inzwischen seien es etwa 50 Prozent, berichtet die Tierschützerin. Das reicht ihr aber noch nicht: „Mein Ziel ist, 20 Prozent zu erreichen.“

Die Rettung der jungen Rehe ist für Martina Zander zu einer Lebensaufgabe geworden. Kürzlich hat der Verein ein Buch mit vielen Geschichten, Informationen, Fotos und Zeichnungen herausgegeben: „Es ist das erste Buch rund um die Rehkitzrettung überhaupt“, sagt die Tierschützerin.

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