Neufahrn:Neustart im Neufun

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Neufahrn: Mario Nieshner zieht Rudolf Förg mit dem Rettungsring zum Beckenrand.

Mario Nieshner zieht Rudolf Förg mit dem Rettungsring zum Beckenrand.

(Foto: Marco Einfeldt)

Nach einem halben Jahr Corona-Zwangspause bereitet sich das Team des Freizeitbads auf die Wiedereröffnung Ende Juni vor - Rettungsübungen inklusive. Die übliche Schließung im Hochsommer entfällt heuer.

Von Birgit Grundner, Neufahrn

Selina Blank kniet am Beckenrand. Rhythmisch presst die 19-Jährige ihre Hände auf einen leblosen Oberkörper. Herzdruckmassage, wie sie es gelernt hat und gerade zum Glück nur an einer Puppe anwenden muss. Bald wird ein Prüfer vom Schwimmbad-Fachverband kommen und die "Rettungsfähigkeit" der jungen Auszubildenden und anderer Mitarbeitenden im Neufun kontrollieren. Das wird regelmäßig gemacht - aber derzeit vor einem besonderen Hintergrund: Am Samstag, 26. Juni, wird das Freizeitbad nach mehr als einem halben Jahr Corona-Pause wiedereröffnet, und Chef Tobias Tremmel will dafür sorgen, dass neben Becken und Saunen auch das Team optimal für den "Restart" vorbereitet ist.

Das Training darf freilich immer noch nicht ganz so wie gewohnt ablaufen. Die Wiederbelebungsübungen mit Puppen und das Tauchen nach Dummys sind zwar kein Problem. Aber der sonst übliche Kopf-Schlepp-Griff, mit dem im Ernstfall verunglückte Schwimmer durchs Wasser an den Beckenrand gezogen würden, kann derzeit nicht mit Hilfe von Kollegen simuliert werden.

Der übliche Kopf-Schlepp-Griff wird derzeit nicht simuliert

Man käme sich dabei einfach zu nahe, wie Tremmel erklärt. Denn die Abstandsregeln gelten auch bei den Übungen. Wenn es im Neufun demnächst wirklich zu einem Notfall kommen sollte, der die Technik nötig machen würde, würde das Bademeister-Team natürlich nicht zögern und im wahrsten Sinne zupacken.

Abgesehen von solchen Ausnahmefällen, die hoffentlich gar nicht eintreten werden, "gelten die für alle wieder geöffneten Hallenbäder üblichen Hygieneregeln", wie Hans Mayer vom Vorstand des Freizeitparks betont. Das führt dazu, dass die Besucherzahlen begrenzt werden. Nur etwa 130 Menschen dürfen gleichzeitig im Schwimmbad sein, weitere 40 sind in der Sauna zugelassen. Aufgüsse mit "Wedeln" finden noch nicht statt.

Neufahrn: Rettungsübung im Neufun: Die Herzdruckmassage übernimmt Josef Gradl, die Beatmung Marina Gruber (links) mit einer Beatmungshilfe, Selina Blank bedient den Defibrillator.

Rettungsübung im Neufun: Die Herzdruckmassage übernimmt Josef Gradl, die Beatmung Marina Gruber (links) mit einer Beatmungshilfe, Selina Blank bedient den Defibrillator.

(Foto: Marco Einfeldt)

Wer nicht reserviert, muss zeitweise mit einem Einlass-Stopp rechnen

Das Dampfbad und das Kolldarium werden vorerst gar nicht in Betrieb genommen. Das gilt auch für Sprudel- und Massageliegen. Die Fitnesskurse wie Aquajogging, Aqua-Zumba und Wassergymnastik werden ebenfalls noch nicht wieder aufgenommen. Aber die Wasserrutsche wird gleich mit dem Neustart geöffnet.

Wer in Bad oder Sauna möchte, sollte möglichst über die Homepage reservieren und dort auch das Kontaktdatenformular ausfüllen. Kurzentschlossene können aber auch ohne Reservierung ins Neufun kommen. Sie müssen allerdings damit rechnen, dass es dann wegen der Besucherbegrenzung gerade einen Einlass-Stopp geben könnte. Wer drin ist, muss eineinhalb Meter Abstand zu anderen halten.

Diesen Sommer braucht es keine "Schließphase" für Instandsetzungsarbeiten

Nach derzeitigem Stand muss man im Bad auch eine FFP2-Maske tragen. Ausnahmen gelten auf dem eigenen Liegeplatz, auf dem Weg zum Becken und zu den Saunakabinen sowie beim Schwimmen, Duschen und Saunieren. Bei Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren ist eine medizinische Maske ausreichend, noch Jüngere brauchen im Bad gar keinen Mund-Nasen-Schutz.

Der Schwimmverein und die Wasserwacht können nach der Wiedereröffnung ebenfalls wieder in das Neufun zurückkehren. Auch beim Mitarbeiter-Team ist die Vorfreude groß: "Es gibt nichts Schlimmeres, als keine Badegäste zu haben", sagt Betriebsleiter Tobias Tremmel. Selina Blank, die mit ihrer Ausbildung zur Fachangestellten für Bäderbetriebe gerade im Endspurt ist, freut sich auch noch aus einem anderen Grund: Gerade rechtzeitig vor den praktischen Abschlussprüfungen kann sich noch einmal richtig trainieren.

Nach der langen Corona-Zwangspause werden Neufun-Besucher heuer auch nicht von der sonst im Juli/August üblichen "Schließphase" ausgebremst, während der sonst immer Instandsetzungsarbeiten ausgeführt werden. Diese wurden in den vergangenen Monaten schon alle erledigt.

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