Neufahrns Bürger müssen sich keine Sorgen um ihre Nahversorgung machen. In die Lücke der geschlossenen Filiale des Vollsortimenters Edeka an der Ludwig-Erhard-Straße stößt Discounter Netto. Und wer die Aufgabe des Standorts von Rewe an der Dietersheimer Straße kolportiert hat, saß wohl entweder einem Gerücht auf oder hat es gar selbst gestreut: Die Firma hat die Schließung dementiert.
Im Fachmarktzentrum an der Ludwig-Erhard-Straße findet nach der ersatzlosen Schließung des Edeka-Marktes eine Art Stühlerücken statt. Der benachbarte Netto zieht in die freigewordenen Räumlichkeiten ein, die Fläche des Discounters wird von einem Markt der Getränkeeinzelhandelskette Trinkgut besetzt, die wiederum zu Edeka gehört. Die entsprechende Nutzungsänderung wurde während der jüngsten Sitzung des Neufahrner Bauausschusses einstimmig beschlossen.
Ein Lebensmittelmarkt dort ist essentiell - auch für die benachbarten Fachmärkte
Wann die neuen Märkte öffnen werden, vermochte Felix Kretz, bei der Gemeinde als Standortförderer eingestellt, noch nicht zu sagen. "Aber jetzt kann alles eben seinen Gang nehmen." Schnell einen Ersatz gefunden zu haben, sei nicht nur wichtig für die Bürger im westlichen Teil der Gemeinde, sondern auch essentiell für die beiden benachbarten Fachmärkte für Bekleidung und Schuhe sowie das Bäckerei-Cafe gewesen. "Ohne die Frequenzstärkung durch einen Lebensmittelmarkt würden die sich schwer tun", so Kretz.
Gerüchte, der Rewe Markt an der Dietersheimer Straße werde schließen, haben sich nicht als wahr herausgestellt. "Wir haben einen bestehenden Mietvertrag und planen keine Schließung des Marktes", sagte eine Rewe-Sprecherin. Kretz hätte das Ende des Lebensmittelmarktes an dieser Stelle auch arg überrascht. Bei den jüngsten Gesprächen mit den Betreibern sei eher von einer Vergrößerung der Filiale die Rede gewesen. In der Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts der Gemeinde wird dieser Markt als einer von zwei Nahversorgungsstandorten in Neufahrn gelistet. Mehr noch: "Aufgrund seiner städtebaulich integrierten Lage, der fußläufigen Erreichbarkeit und des unmittelbaren ÖPNV-Anschlusses ist der Supermarkt als "Nahversorgungsbetrieb par excellence" zu bewerten", steht es in dem Papier geschrieben.
Einmal klassifiziert bedeutet übrigens nicht "in Stein gemeißelt". Der zweite Nahversorgungsstandort "Kurt-Kittel-Ring" im Osten der Gemeinde, ebenfalls mit einer Rewe-Filiale sowie mit dem Discounter Penny, einem Drogeriemarkt und einer Bäckerei, wurde in dem Entwicklungskonzept von 2012 noch als "städtebaulich nicht integrierter Standort" mit einem "nicht funktionsadäquat, nahversorgungsrelevanten Sortiment" eingestuft. Inzwischen ist klar, dass die landwirtschaftlichen Nutzflächen südlich der Geschäfte mittelfristig zu Wohngebieten entwickelt werden. Der Standort hat also an Bedeutung gewonnen, auch um ihn muss man sich wohl nicht sorgen.