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Masken für Neufahrner Schulen:Einfach was Gutes tun

NEUFAHRN: Maskenspende an GEMEINDE / Grundschule am Fürholzer Weg

Maskenübergabe (v.l.): Bürgermeister Franz Heilmeier, Schulleiterinnen Margit Schulan und Elke Horn und Servet Tuncaloglu;

(Foto: Johannes Simon)

Unternehmer Servet Tuncaloglu spendet 2500 Masken.

Birgit Grundner, Neufahrn

Der Unternehmer Servet Tuncaloglu aus Neufahrn hat einen Textilgroßhandel und damit auch begehrte Ware: Er handelt unter anderem mit Stoffmasken, und als die Corona-Pandemie ausbrach, hat er damit etwa Supermarkt-Ketten beliefert - als eine der ersten Firmen überhaupt, wie er erzählt. Mit den 22 000 Kindermasken, die er noch im Lager seiner Münchner Firma Trend Nonfood GmbH hat, will er aber keine Geschäfte machen. Er will sie spenden. Gut 60 Kisten mit 2500 Masken hat er deshalb am Freitag für die Grundschulen am Fürholzer Weg und am Jahnweg sowie für die Jo-Mihaly-Mittelschule ausgeliefert.

Bedarf an Masken haben Schulen immer

"Ich wollte einfach was Gutes tun", sagt der Unternehmer und zweifache Vater. Bürgermeister Franz Heilmeier (Grüne) zeigt sich begeistert: Die Corona-Krise führe zu "manchen schlechten und vielen gute Verhaltensweisen", stellte er fest und bedankte sich bei Tuncaloglu für die Unterstützung aus eigenen Mitteln. In den Schulen kann man einen Maskenvorrat gut brauchen, wie die Grundschul-Rektorinnen Margit Schulan (Jahnweg) und Elke Horn (Fürholzer Weg) erzählen: Regelmäßig kommen Schüler ins Sekretariat, weil sie ihren Mund-Nasenschutz vergessen haben. Bei anderen reißt das Gummiband der Maske ab. Oder im Schulranzen eines Ganztageskindes fehlt die Wechselmaske für den Nachmittag.

Diskussionen mit Eltern über Sinn und Zweck einer Maske hätten sie zum Glück noch nicht führen müssen, berichteten beide Schulleiterinnen. Kritik am Mund-Nasen-Schutz wäre auch nicht wirklich angebracht, findet Bürgermeister Heilmeier: "Wir reden davon, dass Schulen und Geschäfte vielleicht wieder ganz geschlossen werden müssen", und wenn sich das mit Masken womöglich verhindern ließe, dann sei das wohl "das kleinere Übel".

Messgeräte für Raumluft sind kaum mehr zu haben

Die Umsetzung einer anderen scheinbar unkomplizierten Idee zur der Bekämpfung der Pandemie erweist sich unterdessen als schwierig: Die Gemeinde Neufahrn wollte für die Schulen und Kitas CO₂-Ampeln anschaffen. Die tischlampengroßen Geräte messen kontinuierlich das Kohlendioxid in der Raumluft und schalten auf "gelb", wenn die Konzentration zu hoch wird. Durch rechtzeitiges Lüften werden dann auch die womöglich mit Coronaviren beladenen Aerosole wieder verdünnt.

Mittlerweile hat sich aber gezeigt, dass solche CO₂-Ampeln kaum noch zu kriegen sind, wie Heilmeier berichtete. Umweltreferent Frank Bandle (Grüne) prüfe derzeit, ob es nicht doch noch irgendwelche Möglichkeiten gebe.

© SZ vom 24.10.2020 / bg/av

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