Süddeutsche Zeitung

Solidarität in Neufahrn:Kinderhort spendet für die Tafel

Eine erste Sammelaktion hat bereits stattgefunden, im Dezember lautet das Motto "Geschenke". Für die Leiterin des Neufahrner Hortes hat die Unterstützung auch eine pädagogische Komponente.

Der Neufahrner Kinderhort will die Hallbergmooser Tafel, die für Bürgerinnen und Bürger aus Hallbergmoos, Eching und Neufahrn zuständig ist, mithilfe von regelmäßigen Spendenaktionen unterstützen. Eine erste Spendenaktion hat bereits im November stattgefunden: bis Ende des Monats wurden Lebensmittel rund um die weihnachtliche Bäckerei gesammelt und abgeliefert. Das Dezembermotto ist passenderweise "Geschenke", im Januar steht alles unter dem Motto "Alles, was wärmt": dazu gehören etwa Tee, Kakao, H-Milch, Konservendosen, Teelichter, Kerzen oder wärmende Accessoires, liest man in einer Pressemitteilung der Gemeinde.

Am Ende jedes Sammelmonats werden die während des Aktionszeitraums von den Familien des Horts abgegebenen Waren vom Tafel-Lieferwagen abgeholt. Bei der November-Abholaktion durften die Hortkinder mit dabei sein und haben die gesammelten Lebensmittel selbst mit zum Lieferwagen gebracht.

Für Anett Stiehler, Leiterin des Kinderhortes, hat die Kooperation mit der Tafel Hallbergmoos neben der Unterstützung hilfsbedürftiger Mitbürger und Mitbürgerinnen auch eine pädagogische Komponente: "In der Hortgemeinschaft erleben unsere Kinder die Funktionsweise von Regeln und haben die Möglichkeit, sich innerhalb einer Gemeinschaft für Kleinere, Schwächere und Benachteiligte einzusetzen. Dass dies auch in einer großen Gemeinschaft funktioniert, wollen wir mit der aktiven Unterstützung der Tafel erleben", sagt Stiehler.

Entstanden ist das Projekt aus einer Idee der Neufahrner Sozialreferentin und SPD-Rätin Beate Frommhold-Buhl. Frommhold-Buhl hatte vor einigen Wochen im Radio von einer nachahmenswerten Konservendosen-Aktion an einer Schule zugunsten der regionalen Tafel gehört. Folglich hatte sie den Neufahrner Kinderhort unter der Leitung von Anett Stiehler kontaktiert, die sofort begeistert war. "Ich habe noch nie erlebt, dass eine Idee so schnell und so toll umgesetzt wird", sagt Frommhold-Buhl der SZ.

Derzeit ist die Tafel an den Grenzen ihrer Kapazität angelangt

Schnell war der Kontakt zu Tanja Voges von der Tafel Hallbergmoos geknüpft. Seit nun 21 Jahren unterstützt die regionale Tafel bedürftige Menschen, zum Beispiel Familien mit geringem Einkommen, Alleinerziehende sowie Personen, die eine kleine Rente haben, Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe bekommen. Den aktuellen Unterstützungsbedarf der Tafel Hallbergmoos belegt ein Blick auf die Zahlen: So ist die Anzahl der von der Tafel bedienten Kunden seit dem Gründungsjahr von damals zehn Personen auf aktuell 620 Personen angestiegen. Waren es vor 21 Jahren noch acht Helfer, so wird die Tafel derzeit von 95 Helfern unterstützt.

Momentan ist die Tafel an den Grenzen ihrer Kapazität angelangt und musste bis Januar 2024 einen temporären Aufnahmestopp verhängen, was bedeutet, dass zusätzlich zu den schon registrierten Kunden nur noch Notfälle aufgenommen werden können.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.6312889
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ/fpol/wil
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.