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Neufahrn:CO₂-Ampeln für rechtzeitiges Lüften

Die CO₂-Ampeln messen kontinuierlich das Kohlendioxid in der Raumluft und schalten auf "gelb", wenn die Konzentration zu hoch wird.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

In den Grundschulen am Jahnweg und am Fürholzer Weg sowie in der Jo-Mihaly-Mittelschule will die Gemeinde Neufahrn jetzt auch mit Kohlendioxid-Messgeräten der Corona-Pandemie entgegentreten.

Von Birgit Grundner, Neufahrn

Die Gemeinde Neufahrn will der Corona-Pandemie jetzt auch mit CO₂-Ampeln entgegentreten, die gerade in der kalten Jahreszeit beim richtigen Lüften helfen sollen. Die tischlampengroßen Geräte sollen in den Schulen aufgestellt werden, für die sie als Sachaufwandsträgerin zuständig ist. Konkret sind das die beiden Grundschulen am Jahnweg und am Fürholzer Weg sowie die Jo-Mihaly-Mittelschule. Auch Kindertagesstätten sollen entsprechend ausgestattet werden. Zudem wird geprüft, ob zusätzlich Luftfilter eingesetzt werden sollten. Das hat der Gemeinderat am Montagabend beschlossen.

Die CO₂-Ampeln hatten die Grünen aufs Tapet gebracht. Die Geräte messen kontinuierlich das Kohlendioxid in der Raumluft und schalten auf "gelb", wenn die Konzentration zu hoch wird. Das sei gerade in der kälteren Jahreszeit wichtig, betonte Judith Mayerhanser. Denn mit sinkenden Temperaturen könne man in Klassenzimmern nicht mehr wie bisher "durchlüften". Die Ampeln könnten "zum rechtzeitigen Lüften mahnen", wodurch dann die virenbeladenen Aerosole wieder verdünnt würden.

Die Nachfrage nach den Geräten steigt gerade stark an

Das Signal komme oft schon zu einem Zeitpunkt, an dem das Lüften "gefühlt noch gar nicht als nötig empfunden" würde, so die Grünen. Sie hatten sich zunächst nur für eine vierwöchige Testphase in den Schulen stark machen wollen. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung plädierten sie dann aber dafür, gleich den konkreten Bedarf abzufragen. Man müsse jetzt schnell sein, mahnte Umweltreferent Frank Bandle (Grüne). Denn die Nachfrage nach den Geräten steige stark an, und es bestehe die Gefahr, dass es zu Engpässen komme. Von Manfred Holzer (Freie Wähler) kam die Anregung, auch gleich an die Kitas zu denken.

Die Anschaffungskosten werden auf 100 bis 250 Euro pro Gerät beziffert. Allerdings gibt es staatliche Fördermittel von 150 Euro Gerät. Details klärt die Gemeinde jetzt ab. Außerdem prüft sie den Einsatz von Luftfiltern, wie sie auch Schul-und Kindergartenreferent Thomas Seidenberger (Freie Wähler) bereits ins Gespräch gebracht hat. Möglicherweise kann man dabei auf Recherchen an anderer Stelle zurückgreifen: Die Sozialstation sei an diesem Thema auch schon dran, berichtete Sozialreferentin Beate Frommhold-Buhl (SPD). Möglicherweise gebe es auch für solche Geräte Fördermöglichkeiten, überlegte sie.

Weiter auf Eis bleiben Pläne, wonach die Mittelschüler die Mensa des OMG nutzen könnten

Weiter auf Eis gelegt bleiben die Pläne, wonach die Mittelschüler die Mensa des nahegelegenen Oskar-Maria-Graf-Gymnasiums mitnutzen könnten. Das "Experiment" sollte mit dem neuen Schuljahr gestartet werden. Am OMG freute man sich bereits über eine bessere Auslastung der Mensa, und in der Mittelschule hätten die Schüler nicht mehr in Containern essen müssen. Wegen Corona blieb dann erst einmal alles beim Alten. Die Schulleitungen würden aber "daran arbeiten", die Idee einer gemeinsamen Mensa-Nutzung noch umzusetzen, sobald sich "die Situation entschärft" habe, erklärte Seidenberger.

© SZ vom 07.10.2020/ilos
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