Bürgerhaushalt Neufahrn:Keine Mehrheit für den Hunde-Laufplatz

Bürgerhaushalt Neufahrn: Einen umzäunten Platz, auf dem sich Hunde so richtig austoben können, hätten insgesamt 103 Neufahrnerinnen und Neufahrner gerne gehabt. Das bedeutet Platz eins im Ranking des Bürgerhaushalts. Im Gemeinderat, der das letzte Wort hat, waren die Mehrheitsverhältnisse ebenfalls deutlich - allerdings gegen den Hunde-Laufplatz.

Einen umzäunten Platz, auf dem sich Hunde so richtig austoben können, hätten insgesamt 103 Neufahrnerinnen und Neufahrner gerne gehabt. Das bedeutet Platz eins im Ranking des Bürgerhaushalts. Im Gemeinderat, der das letzte Wort hat, waren die Mehrheitsverhältnisse ebenfalls deutlich - allerdings gegen den Hunde-Laufplatz.

(Foto: Marco Einfeldt)

Der Vorschlag für einen Hunde-Laufplatz, der bei der digitalen Abstimmung für den Bürgerhaushalt auf Platz eins landet, wird vom Gemeinderat abgelehnt. Das zweitplatzierte Open-Air-Kino wird angenommen.

Von Alexandra Vettori, Neufahrn

Bei der digitalen Abstimmung über die Vorschläge zum Bürgerhaushalt 2021 hat der umzäunte Hunde-Laufplatz die meisten Stimmen aus der Bevölkerung bekommen, genau 103. Auf Platz zwei landete mit 96 Stimmen ein Open-Air-Kino. Im Gemeinderat, wo über die Vorschläge endgültig abgestimmt wurde, allerdings ist die Freilaufzone in Bausch und Bogen durchgefallen. Nur zwei Pro-Stimmen fanden sich, 25 waren dagegen.

Warum, führte Christopher Aichinger, Gemeinderat der Freien Wähler, aus: Er als Tierarzt sehe das berechtigte Interesse, auch die Funktion als sozialer Treff. "Aber man muss schauen, welche Breite erreicht er?" Der Platz sei 70 mal 70 Meter groß, eine durchaus große Fläche, die der Gesamtbevölkerung entzogen werde. Als möglichen Standort hat die Gemeindeverwaltung zwar kein Grundstück im Neufahrner Süden gefunden, wie von den Initiatoren gewünscht, sondern nur eines im Norden, neben dem Volksfestplatz. Dort könnte ein Stück der Grünfläche abgezwackt werden.

Schwierige Hundebegegnungen

Doch Aichinger stellte weitere kritische Fragen: "Und die Folgekosten sind dann Aufgabe der gesamten Bevölkerung?", wobei er sich vorstellen konnte, dass es auf der Wiese auch ein "Hygieneproblem" geben werde. Die Initiatoren hatten in ihrem Bürgerwunsch allerdings angeregt, Instandhaltung und Sauberkeit "über ein Drehkreuz mit Eintritt oder über Freiwillige" zu lösen. Aichinger gab zu bedenken, dass eine Freilaufzone auch Probleme bringen könne.

Als Tierarzt wisse er, dass mit der steigenden Zahl an Tierschutz-Hunden aus dem Ausland Hundebegegnungen oft schwieriger werden. Gleichzeitig nannte er das Anliegen legitim, in München gebe es auch Konzepte für Hundewiesen. Er schlug deshalb vor, mit den Initiatoren zu reden, und sie zu fragen, ob sie sich eine Art Organisation des Hundeplatzes vorstellen können.

30 000 Euro für eine Rutsche

Leichter hatte es der Zweitplatzierte aus der Bürger-Abstimmung, das Open-Air-Kino. Nach Prüfung durch die Verwaltung scheint der Kostenrahmen von 15 000 Euro realistisch, als Standort kann man sich das Oskar-Maria-Graf-Gymnasium vorstellen. Das Votum im Gemeinderat fiel ausnahmslos positiv aus. Etwas anders war die Lage beim drittplatzierten Bürgerwunsch, einer Rutsche für den Spielplatz in Hetzenhausen.

Für die waren zwar auch alle im Gremium, allerdings folgte man hier der Einschätzung von Gemeinderat Thomas Seidenberger (Freie Wähler), wonach eine Rutsche zur Standardausrüstung zählen sollte und nicht den mit 30 000 Euro dotierten Bürgerhaushalt belasten. Ob das die Initiatoren freut, ist fraglich. Denn in ihrem Text schreiben sie, dass die Rutsche schon im Vorjahr abgelehnt wurde, angeblich, weil sie schon bereit lag.

Freiluft-Fitness ist beliebt

Eine Mehrheit bekam der Calisthenic-Park, ein derzeit bei jungen Leuten moderner Freiluft-Fitness-Parcours mit Geräten, an denen man mit Eigengewicht Klimmzüge, Liegestütze und akrobatische Übungen macht. Der Name kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus "kalos" (schön) und "sthenos" (Kraft) zusammen. Allerdings will die Verwaltung noch Haftungsfragen abklären. Breite Zustimmung fanden auch die Schilder für einen Wanderweg von Neufahrn in die Ortsteile. Für den ebenfalls beantragten Trimm-dich-Pfad blieb jedoch nicht mehr genug Geld. Man einigte sich aber darauf, das Projekt aufzugreifen, wenn die Haftungsfrage für den Calisthenic-Park negativ ausfällt.

© SZ vom 23.09.2021/ilos
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