Neues Berufsschulzentrum in Freising Warten aufs Gutachten

Wichtig für das Bauvorhaben ist unter anderem der Verkehr an der Wippenhauser Straße. Zurzeit laufen dahingehend noch diverse Untersuchungen.

(Foto: Marco Einfeldt)

Beim geplanten Bau an der Wippenhauser Straße herrscht scheinbar Stillstand. Im Hintergrund läuft jedoch eine städtebauliche Untersuchung, ohne die das Projekt nicht realisierbar ist.

Von Laura Dahmer, Freising

Die Container an der Wippenhauser Straße sind mittlerweile verschwunden. Eigentlich sollte das der Startschuss sein für den Bau des neuen Schulzentrums der Berufsschule. So zumindest lautete der ursprüngliche Plan des Landkreises, der das Thema schnell voranbringen wollte. Momentan entstehe aber der Eindruck, es bewege sich überhaupt nichts, monierte nun Hans Sailer, Mitarbeiter der Schulleitung an der FOS/BOS in Freising, in der jüngsten Schulausschusssitzung des Kreistags. Tatsächlich war es lange Zeit ruhig um das Projekt des Schulcampus. Wo stehen die Planungen?

Warten auf das städtebauliche Gutachten

"Wir sind in intensivem fachlichen Austausch mit der Stadt und den Schulleitungen. Die Stadt hat Planungshoheit und will ein städtebauliches Gutachten erstellen lassen. Darauf warten wir jetzt", verlautet es von der Pressestelle des Landratamtes.

In der Vergangenheit hatte es zwischen Stadt und Landkreis Diskussionen wegen fehlender Absprachen gegeben, jetzt scheint der Landkreis also erst einmal die Füße still zu halten. Barbara Schelle, Freisings Stadtbaumeisterin, ist währenddessen für die Erstellung des besagten städtebaulichen Gutachtens verantwortlich. Und ist sich dem Schein des Stillstandes nach Außen bewusst: "Das ist ja ganz oft so. Viele denken, jetzt muss sofort der Baukran anrücken. Aber so funktioniert das nicht." Das sei genau wie beim Domberg, ein solches Projekt auf riesengroßem Areal bedürfe genauer Planung. Deshalb sei das städtebauliche Gutachten nötig, bei dem man gerade in der Datenerhebung steckt. "In dem Gebiet wurde das bisher noch überhaupt nicht gemacht, wir müssen aktuell also alles neu vermessen und erfassen", erklärt Schelle.

Es geht um Grünräume und den Verkehr

Es geht um die Grünraum- und Freianlagenbetrachtung an der Wippenhauser Straße und die Integration des neuen Campus in Selbige. Und um Wasserversorgung und Umwelt. Genauer: Um den Wehrberg und den Wippenhauser Graben. Der zum Beispiel verläuft nämlich genau an dem Gelände an der Wippenhauser Straße entlang. "Und ist verrohrt. Da kam die Frage auf: Kann man den im Zuge des Baus überhaupt öffnen?", so die Stadtbaumeisterin. Wichtig ist auch nach wie vor der Verkehr an der Wippenhauser Straße, zurzeit laufen dahingehend noch diverse Untersuchungen. Abgeschlossen ist davon noch nichts. "Thema ist auch die Mobilität für Fahrradfahrer."

Hört man den Ausführungen der Stadtbaumeisterin zu, sieht man den Traum des Landkreises, nach dem Verschwinden der Container zügig mit dem Bau an dem Schulcampus zu beginnen, zerplatzen. "Das städtebauliche Gutachten wird noch circa bis Juni dauern. In Absprache mit dem Landratsamt ist für April oder Mai nächsten Jahres ein Workshop angesetzt", bemerkt Schelle. Dort soll erarbeitet werden, inwieweit der Landkreis die Planung des Schulcampus parallel zu dem Gutachten beginnen kann. Schelle rechnet damit, dass Ende des Sommers 2019 die Wettbewerbe für das Schulzentrum der Berufsschule vorbereitet werden können.

Bis es soweit ist, scheint der Landkreis tatsächlich noch weitestgehend die Füße still halten zu müssen. "Jede Planung für den Bau könnte vollkommen sinnlos sein, solange das Gutachten noch nicht da ist", stellt Schelle fest.