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Neuerung in Freising:Ungewohntes Terrain

Das Camerloher-Gymnasium bietet erstmals eine Einführungsklasse für Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss an.

(Foto: Marco Einfeldt)

Das Camerloher-Gymnasium wird zum kommenden Schuljahr erstmals eine Einführungsklasse für Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss anbieten und einen Beitrag zur Durchlässigkeit im bayerischen Bildungssystem leisten

Von Gabriel Wonn, Freising

Das bayerische Kultusministerium gibt es für jeden Landkreis vor, in Freising wird es nun umgesetzt: Schülerinnen und Schüler, die im Sommer 2021 den mittleren Schulabschluss erwerben, haben künftig die Möglichkeit, mit Hilfe einer Einführungsklasse innerhalb von drei Jahren die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Eine solche Einführungsklasse wird ab dem neuen Schuljahr vom Camerloher-Gymnasium angeboten.

Man wende sich vor allem an die Absolventinnen und Absolventen von Realschulen, Wirtschaftsschulen und M-Zügen der Mittelschulen, heißt es von Seiten des Gymnasiums. Hierbei entspreche die Einführungsklasse der zehnten Klasse des Gymnasiums und bereite auf die anschließende Oberstufe vor. Insbesondere im Hinblick auf verpflichtende Abiturfächer wie Mathematik erfolge eine gezielte und intensive Förderung. "Die Einführungsklasse leistet einen ganz wichtigen Beitrag zur Durchlässigkeit im bayerischen Bildungssystem", sagt Schulleiterin Andrea Bliese.

Hierbei wagt sich das Camerloher-Gymnasium auf ungewohntes Terrain. Obwohl man sich mit Gymnasien aus anderen Landkreisen ausgetauscht und somit Erfahrungen gesammelt hat, ist es dennoch das erste Mal, dass die Schule selber das Format Einführungsklasse anbietet. Damit ist man zeitgleich das erste Gymnasium in der Stadt Freising, nachdem es landkreisweit bereits in Moosburg zumindest zeitweise ein entsprechendes Angebot gegeben hat.

"Es muss generell jedes Jahr wieder neu zustandekommen. Damit es eingerichtet werden kann, muss auch Budget vom Kultusministerium zur Verfügung gestellt werden", erklärt die stellvertretende Rektorin Hannelore Singer: "Wir halten das Angebot für gut und haben uns diesmal gesagt, wir probieren es einfach mal. Wenn man bayernweit schaut, gibt es eigentlich tatsächlich in jedem Landkreis mindestens ein Gymnasium, in dem das etabliert ist."

Die Ausgestaltung der Klasse ist dabei keinesfalls beliebig. Grundsätzlich sei der Stundenplan vom Kultusministerium festgelegt worden, betont Singer: "Das Meiste ist vorgegeben. Mathematik mit sechs Wochenstunden ist beispielsweise Pflicht. Was man bei uns auf der Homepage dazu findet, ist eine Kopie aus der gymnasialen Schulordnung."

Dennoch sei es teilweise auch an individuelle Strukturen des jeweiligen Gymnasiums angepasst: "Man kann zum Beispiel eine spät beginnende Fremdsprache auswählen. Das ist bei uns italienisch. In anderen Schulen ist das beispielsweise Spanisch, was wir aber gar nicht anbieten. Da kommt es dann tatsächlich auf das jeweilige Gymnasium an."

Das Gelingen der Einführungsklasse sei vor allem davon abhängig, wie hoch sich die Nachfrage gestaltet. Das sei noch nicht abschätzbar, sagt Hannelore Singer. Um das Konzept breit vorstellen und Detailfragen beantworten zu können, veranstaltet das Camerloher Gymnasium am Dienstag, 26. Januar, um 19 Uhr einen digitalen Informationsabend für Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern.

Die Anmeldung zu dem digitalen Infoabend ist per Mail möglich: Hannelore.Singer@camerloher-gymnasium.de.

© SZ vom 21.01.2021
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