Neuer Pfarrer in Allershausen Von der Informatik zur Theologie

Pfarrer Hermann Schlicker leitet künftig den Pfarrverband Allershausen, am 1. Februar tritt er sein Amt an.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Hermann Schlicker leitet von Februar an den Pfarrverband.

Von Petra Schnirch, Allershausen

Die Erzdiözese hat einen Nachfolger für Monsignore Robert Urland gefunden: Den Pfarrverband Allershausen wird künftig Hermann Schlicker leiten. Der neue Pfarrer wird bereits zum 1. Februar sein Amt antreten und ins Allershausener Pfarrhaus einziehen. Wirkungskreis des 62-Jährigen ist bisher Tacherting im Landkreis Traunstein. Urland war an Silvester nach sieben Jahren im Ampertal in die Slowakei zurückgekehrt, nach fast drei Jahrzehnten im Ausland hatte ihn der Erzbischof von Bratislava zurückgeholt. Die Stelle in Allershausen bleibt also nur einen Monat lang unbesetzt.

Den Landkreis Freising kennt Schlicker "ganz gut", wie er sagt. Hier und im Nachbarlandkreis Pfaffenhofen lebe seine Verwandtschaft, in Wolfersdorf habe er zudem Patenkinder. Außerdem war er von 1994 bis 1997 als Militärpfarrer am Erdinger Fliegerhorst auch in Freising tätig.

Seelsorger in Sarajevo und im Kosovo

Aufgewachsen ist Hermann Schlicker in München. Mit seinem Vorgänger Robert Urland hat er gemein, dass beide erst über Umwege zur Theologie gefunden haben. Urland studierte zunächst Bauwesen und ist promovierter Statiker. Erst nach der Wende in der damals kommunistischen Tschechoslowakei öffnete sich für ihn das Priesterseminar. Schlicker absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Programmierer und studierte Informatik, mit Ende 20 begann er dann ein Theologiestudium. Seine erste Stelle trat er als Militärpfarrer in Erding an, 1997 wechselte er in dieser Funktion nach Bad Reichenhall und hatte auch zwei Auslandseinsätze. Zunächst betreute er vier Monate lang Soldaten in Sarajevo, im Jahr 2000 war er sechs Monate lang in Prizren im Kosovo.

Im März 2001 übernahm Schlicker seine erste Ortsgemeinde und wurde Stadtpfarrer in Grafing. Dort blieb er 13 Jahre. Geschätzt wurde er dort für seine Ehrlichkeit und seine offenen Worte auch in schwierigen Situationen, etwa als er sich im Namen der Kirche bei den Opfern eines pädophilen Geistlichen entschuldigte. 2014 folgte der Wechsel nach Tacherting. "Das aber hat nicht so gepasst", sagt Schlicker, es habe Unstimmigkeiten in der Kirchenverwaltung gegeben, mehr will er dazu nicht sagen.

Auf seine neue Aufgabe in Allershausen freut er sich. Dort will er sich zunächst anschauen, wie alles so läuft. Angst vor der Größe des Pfarrverbands mit den Pfarreien Allershausen, Kirchdorf und Hohenkammer hat er keine. Sein bisheriger Wirkungsbereich sei flächenmäßig ähnlich groß, auch wenn dort etwas weniger Menschen leben.