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Neue Ideen, neue Kurse:Auer Volkshochschule auf Wachstumskurs

Claudia Matuschzyk Foto: privat

Claudia Matuschzyk möchte die Zahl der Kurse verdoppeln. In Planung sind spezielle Angebote für Jugendliche und Schüler sowie Ausstellungen der Kreativgruppen

Von Katharina Aurich, Au

13 Jahre lang hat Erika Wittstock-Spona mit großem persönlichen Einsatz die Volkshochschule des Marktes Au ehrenamtlich geleitet. Dann aber hat sich der Marktrat dafür entschieden, von September an eine hauptamtliche Leiterin für die VHS anzustellen. Wittstock-Spona, die all die Jahre zusätzlich zum Ehrenamt berufstätig war und das Angebot der Volkshochschule in ihrer Freizeit organisierte, hat deshalb nun die Geschicke der Bildungseinrichtung in die Hände ihrer Nachfolgerin Claudia Matuschzyk gegeben.

Zu ihrem Abschied bilanzierte Wittstock-Spona, ihr sei es ein Anliegen gewesen, Kurse und Veranstaltungen für die Bevölkerung des Marktes Au anzubieten, die berufliche, gesellschaftliche und persönliche Bereiche abdecken. "Wenn ich auf die Zeit zurückblicke, darf ich mit Stolz sagen, dass dieses Ziel erreicht wurde", sagte sie. Ihre 49-jährige Nachfolgerin, die zuvor für die Volkshochschule Nandlstadt gearbeitet hat, möchte das Angebot in Au von derzeit 30 Kursen verdoppeln und für alle Altersgruppen und unterschiedlichen Interessen Kurse organisieren.

Das wirtschaftliche Konzept der Volkshochschule sehe vor, dass zwar die Gemeinde ihre eigene Stelle finanziere und die Räume zur Verfügung stelle, das Honorar für die Dozenten müsse sich jedoch aus den für alle erschwinglichen Teilnehmerbeiträge finanzieren, erläuterte die neue Leiterin. Auch dafür werde sie nun ein Konzept erstellen.

In ihrem Programm werde sich trotzdem viel Altbewährtes finden, kündigte sie an, etwa die Kräuterführungen. Allerdings müsse man sich um die Kräuterpädagogen bemühen, sie seien derzeit sehr gefragt. Schon seit vielen Jahren laufe der Schnitzkurs erfolgreich, berichtete Matuschzyk. Die Werke der Künstler möchte sie ausstellen. Gut laufende Angebote werde sie natürlich weiter führen, möchte aber auch mit neuen Ideen neue Teilnehmer gewinnen. Besonders hoch im Kurs stehen zur Zeit Angebote für alles, was man selbst herstellen kann, beispielsweise Koch-, Näh- und Bastelkurse für Jugendliche und Erwachsene.

Matuschzyk plant, als "junge Volkshochschule", spezielle Kurse für Jugendliche anzubieten, denn wer als Teenager gerne Vhs-Kurse besucht habe, "der bleibt uns auch als Erwachsener treu", sagte sie. Natürlich bietet die Volkshochschule auch Sportkurse, denn jemand, der den ganzen Tag in einem Büro sitze, wolle sich am Abend gerne bewegen oder seinen Rücken stärken, betonte die neue Leiterin, die bereits vier Jahre lang das Vhs-Programm in Nandlstadt gestaltet hat. Wichtig sei, Nachhilfe für Schüler und Sprachkurse anzubieten, dazu möchte Matuschzyk Mathekurse für Erwachsene organisieren. Es sei wichtig, in jedem Alter dazuzulernen, betonte sie voll Überzeugung. PC-Kurse gebe es in Au noch nicht, da keine Geräte dafür vorhanden seien, bedauerte sie. Dies werde sich aber hoffentlich bald ändern. Ohne qualifizierte, motivierte Dozenten freilich nütze das beste Programm nichts, daher verwende sie viel Zeit darauf, Kontakte zu knüpfen und Dozenten, am liebsten aus der näheren Umgebung, zu finden. Neben den Weiterbildungs-, Sport- und kreativen Angeboten seien ihr aber auch die Fragen unserer Zeit wichtig: Worüber dächten die Menschen nach, welche Frage beschäftigten sie? Auch zu diesem Komplex möchte Matuschzyk interessante Vorträge anbieten, denn sie sei überzeugt, dass gerade die Menschen auf dem Land dies gerne annähmen, ohne weite Wege zurücklegen zu müssen.

© SZ vom 07.11.2017/beb

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