Süddeutsche Zeitung

Neubau in Freising:Alles unter einem Dach

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) feiert Richtfest für das Zentrum für angewandte Brau- und Getränketechnologie. Dort sollen Ausbildung und Forschung optimiert werden

Von Petra Schnirch, Freising

Auch Richtfeste laufen in Zeiten von Corona etwas anders ab. So gab es am Mittwoch in Weihenstephan weder Musik noch Richtspruch, der Kreis der Gäste war klein. Ganz verzichten auf eine Feier wollten die Verantwortlichen dennoch nicht, denn am Staudengarten ist der Rohbau des Zentrums für angewandte Brau- und Getränketechnologie fertig. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) will damit Ausbildung und Forschung optimieren. Staatsministerin Kerstin Schreyer sprach von einem "großen Meilenstein".

10,8 Millionen Euro sind für den Neubau veranschlagt. Und bisher liegen die Arbeiten, wie Schreyer betonte, sowohl im Kostenrahmen als auch im Zeitplan. Zum Wintersemester 2021/22 soll das Gebäude eingeweiht werden.

Winfried Ruß, Professor für Apparate- und Anlagetechnik in der Getränkeindustrie, strahlte am Mittwoch. "Ich bin begeistert", sagte er. Ruß, das bescheinigte ihm HSWT-Präsident Eric Veulliet, "steckt viel Herzblut und Energie" in das Projekt. Gemeinsam mit den Architekten haben er und seine Kollegen das Raumprogramm ausgearbeitet - und alles werde so, "wie wir es uns gewünscht haben", bilanzierte Ruß. Bisher sind Büros, Labore und Technikum auf mehrere Gebäude am weitläufigen Campus verstreut. Der Bachelor-Studiengang Brau- und Getränketechnologie war im Herbst 2011 an der HSWT neu eingeführt worden. In dem Neubau ist künftig alles "in Laufnähe" unter einem Dach. Studierende und Wissenschaftler könnten im Technikum etwas ausprobieren und es dann gleich im Labor analysieren, schilderte Ruß. Zudem könnten Studierende die Labore immer nutzen, weil es eine Aufsicht geben werde. Das sei ihm ganz wichtig. Vorgesehen ist zudem ein Aufenthaltsraum für die Studierenden. Die Professoren sind auf einem Stockwerk mit Sozialraum untergebracht - das heißt, sie können sich leichter treffen und austauschen. "Da braut sich was zusammen", brachte es Präsident Veulliet in seiner Ansprache auf den Punkt.

Für eine Hochschule, die das älteste Bier im Namen trägt, sei es nur konsequent, dass sie sich dem Thema Brauen widme. Das sei die Fortsetzung einer 1000-jährigen Tradition. Für Veulliet ist es der erste Neubau seiner Amtszeit. Er hoffe, dass weitere dazu kommen werden, sagte er. Denn die Hochschule brauche Räume für Lehre und angewandte Forschung, um arbeiten und kreativ sein zu können. Das Gebäude nannte sehr gelungen, es vermittele mit seinem Lieferhof und dem überhängenden Dach "Brauerei-Feeling".

Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher sagte in seinem Grußwort, es sei eine "tolle Sache, dass hier praxisorientiert geforscht wird" und dabei neue Antworten gefunden würden. Die Einweihung des Gebäudes werde 2021 einer der Höhepunkte im Festjahr der HSWT sein - sie kann ihr 50-jähriges Bestehen feiern.

Kerstin Schreyer attestierte der Hochschule, dass sie bekannt sei für ihre Qualität. Deshalb sei es Staatsregierung und Landtag wichtig, hier "anzuschieben". Die Investition von 10,8 Millionen Euro sei recht "ordentlich". Die Architektur fand sie "spannend", auf Nachhaltigkeit werde viel Wert gelegt. Sie dankte den Baufirmen, die trotz der erschwerten Bedingungen durch die Corona-Auflagen gut vorangekommen seien. Und sie hob hervor, dass bisher keine einzige Baustelle wegen eines Corona-Ausbruchs habe geschlossen werden müssen. Das zeige, dass die Vorgaben beachtet würden. Da es kein Büfett gab, brachte sie für die Handwerker Gutscheine für Restaurants in der Umgebung mit.

Die Planung des Gebäudes hat das Staatliche Bauamt Freising übernommen. Die Krone beförderten Rohbau-Leiter Ingo Stephan und Bernd Adler von der Firma HTR Vogtlandbau per Knopfdruck nach oben. Auf den Internet-Seiten des Staatlichen Bauamts Freising kann ein Video des Richtfests abgerufen werden, wie Leiter Andreas Kronthaler bekannt gab. Auch ein virtueller Rundgang ist möglich. Die Festgäste durften nicht ins Gebäude, weil dort schon weitergearbeitet wurde.

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SZ vom 02.07.2020
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