Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Nandlstadt ist am Mittwochabend nach Polizeiangaben eine Person verletzt worden. Sie erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung und wurde ins Krankenhaus gebracht. Für vier weitere Personen war eine Erstversorgung ausreichend. Das Feuer war gegen 19 Uhr auf einem Balkon ausgebrochen. Als die Feuerwehr eintraf, brannte dieser bereits lichterloh. Die Flammen griffen schnell auf das Wohngebäude über.
Die Bewohnerinnen und Bewohner des „Oberbräu“-Gebäudes an der Freisinger Straße konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Dies ist auch einem Feuerwehrmann zu verdanken, der nach der Alarmierung auf dem Weg zum Gerätehaus direkt am Brandort vorbeikam. Durch Klingeln und Rufen machte er die Bewohner auf die Gefahr aufmerksam und unterstützte die Räumung, wie die Kreisbrandinspektion berichtet.
Das Gebäude ist derzeit nicht bewohnbar, eine Wohnung brannte aus, mehrere sind verrußt. Acht Menschen kamen in der Nacht in einer Pension unter. Bürgermeister Gerhard Betz war als Mitglied der Feuerwehr am Unglücksort und half bei der Suche. Andere organisierten selbst private Unterkünfte. Aus einer Wohnung wurden auch fünf Katzen geholt. Leider hätten nur zwei von ihnen überlebt, schildert eine Helferin.
Das Café im Erdgeschoss war nicht betroffen. Aufgrund der verschachtelten Bauweise des Wohn- und Geschäftshauses mussten die Einsatzkräfte mehrere Wohnungen gewaltsam öffnen, um sie kontrollieren zu können. Durch die erhebliche Rauchausbreitung waren zudem umfangreiche Überdruckbelüftungsmaßnahmen notwendig. Wichtige Unterstützung leistete die Drohnengruppe des Landkreises. Sie lieferte während des Einsatzes sowohl Wärmebildaufnahmen als auch Live-Bilder aus der Luft und habe der Einsatzleitung damit eine zusätzliche Beurteilung der Situation in Echtzeit ermöglicht, heißt es im Bericht der Kreisbrandinspektion. Gegen 20.30 Uhr war das Feuer gelöscht.
Als Brandursache geht die Kriminalpolizei Erding nach einer Begehung am Donnerstag von fahrlässiger Brandstiftung aus. Den Schaden beziffert sie auf etwa 100 000 Euro. Im Einsatz waren etwa 110 Feuerwehrleute aus der Umgebung.

