bedeckt München 27°

Name ist streng geheim:Global Player will Weltzentrale in Eching bauen

Maschinenbaukonzern kommt nach Eching bei Freising. Er verspricht 1800 Arbeitsplätze

Ein noch geheimer, internationaler Maschinenbaukonzern will seine Weltzentrale und eine Produktionsstätte nach Eching verlagern.

(Foto: dpa)

Ein internationaler Maschinenbaukonzern will sich ansiedeln - und verspricht 1800 Arbeitsplätze. Der Gemeinderat macht den Weg dafür frei.

Im Winkel zwischen Bundesstraße B 13 und Autobahn A 92 an der Anschlussstelle Unterschleißheim will die Gemeinde Eching ein neues Gewerbegebiet erschließen und dort einen Global Player ansiedeln. Ein internationaler Maschinenbaukonzern will seine Weltzentrale und eine Produktionsstätte nach Eching verlagern, um wen es sich handelt, ist noch streng geheim. Auf 25 Hektar Gesamtfläche sollen 1800 Arbeitsplätze entstehen, die zu erwartende Gewerbesteuer würde nach Andeutungen im Gemeinderat für die Echinger Gemeindekasse einen Quantensprung bedeuten. Bürgermeister Sebastian Thaler sagte, eine Ansiedlung dieser Qualität gebe es "im Raum München nur alle zehn Jahre und in Eching alle hundert Jahre".

Nach Einschätzungen des Bürgermeisters ist der Standort der Favorit des Konzerns, der freilich noch Alternativen im Köcher hat. In Eching sind jetzt vor allem noch infrastrukturelle Fragen zu lösen. So verlaufen über das fragliche Areal nordwestlich der Güter Hollern eine oberirdische Stromleitung und eine zentrale Gastrasse. An diesen Versorgungsleitungen könnte das Projekt noch scheitern, warnte Thaler. Das Interesse des Unternehmens sei mittlerweile freilich "so konkret", dass eine Prüfung eingeleitet werden könne. "Für den Betrieb lohnt sich der Aufwand", meinte der Bürgermeister, der offenbar noch nicht einmal die Gemeinderäte über die Identität des Unternehmens aufgeklärt hat.

Die benötigten Flächen sollen aus dem Landschaftsschutzgebiet "Freisinger Moos und Echinger Gfild" ausgeklammert werden

Erster formaler Schritt der Gemeinde ist nun, beim Landratsamt die Ausklammerung der Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet "Freisinger Moos und Echinger Gfild" zu beantragen. Die Einleitung dieses Verfahrens mit klarem Mehrheitsvotum von 18:4 ist ein erstes öffentliches Bekenntnis des Gemeinderates zu den Plänen, die bislang nur hinter verschlossenen Türen besprochen worden waren. Man wolle damit dem Konzern auch "die Ernsthaftigkeit unseres Vorhabens zeigen", betonte Thaler.

Die landwirtschaftlich genutzten Grünflächen liegen unmittelbar an der A 92 und der B 13. Jenseits der Straße schließt sich das Gewerbegebiet Unterschleißheim an. Die Autobahnanschlussstelle und mit ihr die Straßenführungen werden demnächst komplett umgestaltet und noch verkehrsgerechter gemacht. Gegen die Ausgliederung aus dem Landschaftsschutzgebiet als Voraussetzung für das Gewerbeprojekt stimmten mit Georg Bartl, Robert Hiermansperger und Thomas Kellerbauer drei Gemeinderäte der CSU sowie Leon Eckert (Grüne). Bartl sagte, es gebe noch nicht genügend Planungen für die Ansiedlung, so könne man nicht zustimmen.

Offene Fragen seien "kein Grund, heute die Tür zuzumachen", sagt Bürgermeister Sebastian Thaler

Thaler argumentierte hingegen, der Beschluss sei die formale Voraussetzung und der faktische Startschuss für das Projekt, Konzepte würden jetzt erst entwickelt. In den dafür vorgesehenen Verfahren behalte der Gemeinderat alle Freiheiten. Offene Fragen in diesem frühen Stadium seien "kein Grund, heute die Tür zuzumachen", sagte er, "und diese Tür ist vergoldet". Er fragte: "Ist das die Gewerbepolitik der Echinger CSU?"

Wirtschaft in München Der Münchner Flughafen will sein eigenes Silicon Valley bauen
Expansion im Erdinger Moos

Der Münchner Flughafen will sein eigenes Silicon Valley bauen

Im Erdinger Moos soll auf einer riesigen Fläche die "Stadt der Zukunft" entstehen. Das erste Quartier kostet 400 Millionen Euro, 5000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Die Umsetzung birgt immense Herausforderungen.   Von Pia Ratzesberger

Leon Eckert lehnte die Ausgliederung aus ökologischen Gründen ab. Angesichts des Flächenfraßes in der Region sei "diese neue Zersiedelung nicht sinnvoll", rügte er. In Eching stehe ein gigantisches Gewerbegebiet erschlossen zur Verfügung. Dort sei kein Grundstück in der benötigten Größe verfügbar, betonte der Bürgermeister. Zudem biete der Standort an der A 92 neben der perfekten Straßenanbindung eine fußläufige Erreichbarkeit der S-Bahn an der Station Lohhof, während das Gewerbegebiet-Ost keine S- oder U-Bahn-Anbindung besitzt.